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910 Zink, metallisches; Gewinnung.
sondern muss durch Pochen oder Walzen fein zerkleint und bei einemgrösseren Aufwand an Brennmaterial in Flammöfen geröstet werden.Diese haben meist zwei communicirende Herde über einander, so dassdie Blende allmäiig in immer heissere Ofentheile unter wiederholtemUmkrahlen vorgerückt wird. Beim Rösten verwandelt sich die Blendein Zinkoxyd, schweflige Säure und schwefelsaures Zinkoxyd, welchesletztere zu seiner Zerlegung sehr hoher Temperaturen bedarf. Man hatbeim Blenderösten 2 bis 2 l / i Proc. Zinkverlust, theils auf mechanischemWege, theils durch Verflüchtigung, indem Zinkoxyd durch Russ über-fliegende Brennmaterialtheile u. s. w. reducirt wird. Versucht man, dieletzten Antheile Schwefel zu entfernen, so steigt uer Röstverlust undBrennstorlaufwand bedeutend, weshalb immer l bis 1 l /j Proc. davon imRöstgute als Schwefelmetall oder schwefelsaures Salz zurückbleibenund demgemäss, wie oben angedeutet, bei der Destillation leichtflüs-siges Schwefeleisen bilden, da in der Blende ein Eisengehalt selten fehlt.
Zur Bestimmung des Schwefelrückstandes im schwefelsauren Zink-oxyd wird dieses aus dem Röstgute mittelst verdünnter Salzsäure aus-gezogen und durch Chlorbarium die Schwefelsäure gefällt; den alsSchwefelzink zurückgebliebenen Schwefelantheil erkennt man daran,dass man eine Probe Postgut mit reinem Zink und Salzsäure behandeltund das entwickelte Schwefelwasserstoffga» auf Bleipapier wirken lässt,welches je nach dem Schwefelgehalt mehr oder weniger gebräunt wird.
Je nach den fremden Beimengungen, namentlich erdigen oderleichtschmelzigen Schwefelmetallen, verlangen die Blenden zur mög-lichst vollständigen Abröstung bald eine allmäiig steigende Temperatur,bald eine stärkere rasche Hitze.
Man röstet in einem Ofen mit zwei Herden von 9 Fuss 4 Zoll (rheinl.)Breite und 11 Fuss 6 Zoll Länge in 24 Stunden 18 bis 20 Ctr. Blendebei 16 bis 20 Proc. Gewichtsverlust und einem Aufwand von 1,37 Cubik-meter Kohlen auf 100 Ctr. Röstgut ab. Alle 20 Minuten muss gerührtwerden. Seltener benutzt man zur Ersparung von Brennmaterial dieabgehende Hitze des Destillirofens zum Rösten, dagegen nimmt manzuweilen das Rösten in einem Muffelofen, in welchem das Röstgut nichtmit dem Brennmaterial in Berührung kommt, vor, wenn die schwefligeSäure z. B. zur Darstellung von Schwefelsäure verwendet werden soll.
c. Beschicken und Gattiren der Erze. Die schon vor derRöstung zerkleinerte Zinkblende oder der gebrannte Galinei, nachdemderselbe unter Walzen oder Kollermühlen mehr oder weniger — wiees die auszuwählende Destillirmethode erheischt — zerkleinert, wirdgattirt, das heisst, ärmere und reichere Sorten mit einander, sowie starkbasische die Thongefässe angreifende mit kieseligen und thonigen ge-mengt, dann zur Reduction des Zinkoxyds in Holztrögen mit etwader Hälfte Steinkohlen und Kohksklein versetzt oder beschickt, auchwohl zur Zerlegung von Kieselgalmei etwas Kalk zugeschlagen.
d. Zink de still ation. Sämmtliche Zinkgewinnungsmethoden wer-den in der Weise ausgeführt, dass man die Beschickung in Thongefässenstark erhitzt zur Reduction und zum Verdampfen des Zinks und die Zink-dämpfe in Vorlagen condensirt. Namentlich zu Anfang desProcesses,wo die Vorlagen noch zu kühl sind, wird derZinkdampt zu pulverför-migem Zink (Zinkstaub, Zinkgrau) gemengt mit mehr oder weni-ger Zinkoxyd verdichtet, welches letzere durch Oxydation von Zinkdurch Kohlensäure oder die Luft in den Vorlagen sich bildet. Das