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9 (1864) [U - Z]
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Xanthamvasserstoff.

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Schwefel. Beim raschen Erhitzen entweicht bei 290<> bis 300° C. allerSchwefel und es bleibt ein nicht flüchtiger Körper C 4 H 4 N4 odery 2 H 4 N 2 zurück, Polien von Völckel genannt.

Die erwähnten beim Erhitzen bleibenden Rückstände sind amorphgelb oder braun; es sind wahrscheinlich Gemenge verschiedener Sub-stanzen und nicht wie Völckel annimmt Sulfide eigenthümlicher Ra-dicale.

Wird die Zersetzung des XanthanwasserstofFs unterbrochen, wennAmmoniak anfängt sich zu entwickeln, so giebt der Rückstand mitKalilauge gekocht auf Zusatz von Essigsäure Ammeiin C,;H 6 N 6 .

Chlorgas zersetzt den Xanthanwasserstoff beim gelinden Erwär-men unter Bildung von Chlorschwefel, Chlorcyan und Salzsäure nebeneinem weissen und einem braunrothen Körper, der unlöslich in Wasserund löslich in Weingeist ist.

Wird Chlorgas in die wässerige Lösung von Xanthanwasserstoffgeleitet, so bildet sich ein gelber Niederschlag, der bei weiterer Ein-wirkung von Chlor sich löst unter Bildung von Salzsäure und Schwe-felsäure.

Salzsäure zersetzt beim Sieden etwas Ueberschwefelblausäure unterBildung von Kohlensäure, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Schwefel:H 2y 2 S 6 + 8HO = 2C 2 0 4 _ -f- 2NH 3 + 4HS -f 2S.Salpetersäure zersetzt es leicht in der Wärme unter Bildung vonKohlensäure, Schwefelsäure und Ammoniak.

Concentrirte Schwefelsäure löst den Xanthanwasserstoff in der

Kälte, Wasser scheidet ihn untersetzt wieder aus; beim Erwärmen mit

Schwefelsäure wird er zersetzt unter Entwickelung schwefliger Säure.

Wässerige Alkalien zersetzen die Persulfocyanwasserstoffsäure, es

bildet sich Rhodanmetall unter Abscheidung von Schwefel:

H 2 Gy 2 S 6 + 2KO. = 2(K.GyS 2 ) -f- 2 HO -f- 2 S.Völckel nahm an, dass sich hier Salze bilden, die mehr Schwe-fel als die Rhodanmetalle und weniger als die Xanthanmetalle ent-halten.

Beim Auflösen von Xanthanwasserstoff in wässerigem Ammoniaklöst sich der grösste Theil als Xanthanammonium, ein kleiner Theilwird zersetzt, unter Abscheidung von Schwefel, dabei soll weder Schwe-feiammonium noch Rhodanammonium entstehen (Völckel).

Die Xanthanwasserstoffsäure bildet beim Lösen in wässerigen Al-kalien die Xanthan-Alkalimetalle oder Alkalimetall - Xantha-nüre, die noch nicht rein dargestellt sind. IhreLösung wie die Lösungder freien Säure wird durch Bleisalze gelb gefällt, ebenso durch Zinn-chlorür, Kupfervitriol und salpetersaures Silber; durch Quecksilberchloridgelblich weiss, Platinchlorid giebt einen braungelben Niederschlag.

Blei-Xanthanür, Pb 2 Gy 2 S 6 , wird durch Fällen der heissenwässerigen Lösung der freien Säure mit Bleizucker erhalten. DerNiederschlag ist gelb, unlöslich in Wasser, Weingeist und verdünntenSäuren. Das Salz fängt schon bei 100°C. an sich zu zersetzen; stär-ker erhitzt giebt es viel Schwefelkohlenstoff, Schwefel und Cyan, undhinterlässt Schwefelblei.

Ein basischesBlei-Xanthanür, Pb 2y 2 S 6 -j- PbO, wird erhalten,wenn man die wässerige oder weingeistige Lösung der freien Säure mitBleiessig fällt. Säuren entziehen diesem Salz Bleioxyd und hinterlas-sen das Xanthanür Pb 2 Gy 2 S 6 . Fe.