Druckschrift 
9 (1864) [U - Z]
Entstehung
Seite
706
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

706 Wicken. — Wiener Trank.

Wicken s. Vicia.

Widmannstädt'sche Figuren heissen die beim Aetzenpolirter Flächen von Meteoreisen mit Salzsäure hervortretenden Zeich-nungen, welche auf tesserale Krystallform dieses Eisens schliesseu las-sen (s. Bd. V, S. 219).

Wiederbeleben, Revivicatio. Das Wiederherstelleneines Körpers in seinem früheren Zustande; so nannte man früher be-sonders die Reduction von metallischem Quecksilber, die Wiederher-stellung von „lebendigem Quecksilber" Mercurius vivus eine Revivicatio.Jetzt wird dieser Ausdruck besonders für die Operationen gebraucht,deren Zweck ist, die zum Entfärben von Zuckersäften u. s. w. zum Ent-fuseln von Spiritus gebrauchte Kohle so wiederherzustellen, dass sie zudemselbem Zweck nochmals gebraucht werden kann. Dies geschiehtdurch Entfernung der aufgenommenen Stoffe durch Behandeln mit Säu-ren und alkalischen Laugen durch Gährung u. s. w., hauptsächlich durchGlühen bei Abschlnss der Luft (s. unter Bein schwarz 2. Aufl. Bd. II,1, S. 770).

Wienergrün, eine Art Schweinfurtergrün, von Mitis 1814in Wien fabricirt, daher auch der Name Mitisgrün (s.Bd. III, S. 707).

VV lenerkalk. Dieses sehr geschätzte Polirmittel enthält nachBrunn er 1 ) 63,5 Kalk, 33,8 Magnesia, 2,5 Thonerde nebst SpurenEisenoxyd, 0,2 Kohlensaure, Wasser und Verlust; es ist also ein ge-brannter Dolomit. Nach Brunn er soll man solchen Dolomit starkglühen, danach mit Wasser löschen und das Hydrat einige Stundennochmals stark glühen.

Wien er lack. Unter diesem Namen kommen sehr verschiedenerothe Earblacke in den Handel, theils Carminlacke, die ausCochenille-abkochung besonders aus den Rückständen von der Carmindarsteliungmit Alaun dargestellt werden (s. Carminlacke 2. Aufl. Bd. II, 2,S. 801), theils Rothholzlacke aus Rothholzabkochung mit Alaun oderZinnsalz dargestellt. Die Carmin- und Rothholzlacke kommen als Wie-nerlack, Florentinerlack, venetianischer Kugellack, Münchnerlack, Pa-riserlack u. s. w. vor Qs. d. Art.).

Wiener Metall violettes, eine Legirung von Kupferund Antimon von blassvioletter Farbe, etwa gleiche Theile enthaltend.

Wiener Pulver 2 ). Unter diesem Namen wird ein Gemengevon 5 Thln. Kalihydrat mit 6 Thln. gepulvertem Aetzkalk bezeichnet,welches als Aetzmittel für chirurgische Zwecke dient.

\\ lenerroth, ein gereinigtes Lack-lack, weichesaus demgewöhnlichen Producte des Handels durch Auskochen mit Weingeistund Auspressen dargestellt wird (vergl. d. Art. Lack-lack undLack-dye Bd. IV, S. 752 und 748.)

Wiener Trank, Aqim laxativa Viennensis, Tn/usum Sennaecompositum. Die ursprüngliche Formel ist: Sennesblätter 3 Thle., Co-rinthen 1V 2 Tbl., Rad. polypoil. querci 7s Thl., Coriandersamen >/ 4 Thl ,

1 ) Jonrn. f. prakt. Cliem. Bd. LXII, S. 382.

2) Amial d. Chem. u. Pharm. Bd. XV, S. 337.