Waugelb. 601
die empirische Formel C<toH 1 , 1 0 16 ; nach Schiit zenberger ist ein AtomLuteolin C 2 4 H s O 10 x ); im krystallisirten Zustande ist es nach ihmC 2 4H 8 O 10 -f- 3 HO; es verliert über Schwefelsäure 1 Aeq. Wasser, dasübrige (im Ganzen 10,3 Proc.) geht unter 150° C. fort.
Das Luteolin krystallisirt in gelben seidenglänzenden vierseitigenKrystallnadeln, es ist geruchlos und schmeckt schwach bitterlich; eslöst sieh in 14000 Thln. kaltem oder 5000 Thln. kochendem Wasser, in37 Thln. Alkohol und 625 Thln. Aether. Das Luteolin sublimirtvorsichtig erhitzt in gelben Krystallen; es schmilzt etwas über 320°C.unter theilweiser Zersetzung zu einer braunen Masse. Es löst sich inverdünnten Säuren in der Kälte kaum, durch Erhitzen damit wird esnicht zersetzt; in concentrirter Schwefelsäure löst es sich in der Kälteleicht, aus der rothgelben Lösung fällt Wasser unverändertes Luteolin.Salpetersäure färbt das Luteolin rothbraun, beim Kochen damit wirdOxalsäure gebildet. Sehr verdünnte Eisenoxydsalze färben die Luteolin-lösung grün; eine concentrirtere Eisenchloridlösung wird braunroth.Es fällt nicht die Leimlösung. Mit wasserfreier Phosphorsäure auf200° C. erhitzt giebt es einen rothen Körper, der sich mit violetterFarbe in Ammoniak löst.
Wird Luteolin mit wässerigem Ammoniak in einem zugeschmol-zenen Glasrohr 3 bis 4 Tage auf 100° C. erhitzt, so bildet sich einedunkelgelbe Lösung, die beim Verdampfen einen dunkeln Rückstandgiebt, der ein Amid (Luteolamid) zu enthalten scheint.
Das Luteolin hat die Eigenschaften einer schwachen Säure, es rö-thet Lackmus, löst sich in reinen und kohlensauren Alkalien wie inAmmoniak mit gelber Farbe. Wird Luteolin mit Bleizucker beide inalkoholischer Lösung gemengt, so bildet sich ein schön gelber Nieder-schlag: 2PbO .C^HgOjo- D as Kalisalz entspricht der Formel 2 KO .C 2i H 8 Oi 0 . Durch Fällen von wässerigem Luteolin mit schwefelsauremKupfer wird ein brauner Niederschlag erhalten, der nahezu der Formel3 CuO. 2 C 24 H 8 O 10 entspricht.
Der Wau dient zum Gelbfärben auf Seide und Baumwolle, weni-ger auf Wolle; durch Kochen mit verdünnten Säuren soll er zum Färbengeeigneter werden (Liesching), doch ist er nach Moldenhauer keinGlucosid. Der Wau dient zur Darstellung des Waulacks, ein gelberFarblack, weiter von Schüttgelb u. s. w. Man kann den Waulack dar-stellen durch Abkochen von 1 Thl. Wau und 1 Thl. Alaun mit Wasserund Fällen der Lösung mit kohlensaurem Kali. Nach einem anderenVerfahren werden 5 Thle. Kreide mit 5 Thln. Wasser angerührt undmit 1 Thl. Alaun versetzt und gekocht, worauf man eine klare Ab-kochung von Wau zusetzt. Es ist wesentlich, dass Kreide und Alauneisenfrei sind; weil der Wau Gerbstoff enthält, würde sonst die Farbedes Lacks sehr unrein ausfallen. Der Waulack wird in der Oel- undWassermalerei, hauptsächlich in der Buntpapierfabrikation benutzt. Fe.
Waugelb, Waulack s. unter Wau.
!) Beide Formeln
geben
nahezu dieselbe
Zusara
mensetzung:
Berechnet
Gefunden
C 4oH u O 6
CatHsOjo
Moldenhauer. Schützenberger.
Kohlenstoff 62,8
62,1
62,7 62,1
Wasserstoff 3,6
3,4
3,8 3,6
Sauerstoff 33,5
34,5
33,5 34,3