Wachskerzen.
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Sobald sie die geforderte Stärke erlangt haben, bringt man sie wiederauf den Rolltisch und giebt ihnen durch fleissiges Rollen auf dem mitWasser befeuchteten Tisch unter dem ebenfalls befeuchteten Kollbrettdie runde Oberfläche, schneidet sie an dem unteren Ende in geeigneterLänge ab und hängt sie nach dem Erkalten drei bis vier Tage zumBleichen an die Luft.
Weniger geübte Arbeiter verfahren anders. Sie giessen die wieoben beschrieben aufgehängten Dochte an, ziehen mit Hülfe eines fei-nen Drahthäkchens die von Wachs freigelassenen Dochtschlingen indünne Blechhülsen, tauchen die entgegengesetzten Enden in geschmol-zenes Wachs und kleben damit diese Enden an Schlingen von Bind-faden, welche unterdess an die Häkchen des Reifes gehängt wordensind. Jetzt erst beginnen sie das weitere Begiessen der Dochte. Nach-dem etwa die halbe Menge des Wachses durch mehrmaliges Aufgiessenauf den Docht gebracht worden ist, werden die halbfertigen Kerzenrasch abgenommen und zwischen Wolldecken gelegt, um sie warm zuhalten bis sie nach einander auf den Rolltisch zur Bearbeitung ge-langen. Wenn dies ausgeführt, wird die Blechhülse, welche nur dazudiente die herabhängende Dochtschleife frei von Wachs zu halten, ab-gezogen und die halbfertige Kerze nun mit dieser Schleife, also umge-kehrt an die Haken des Reifes gehängt. Man begiesst nun bis zur ge-nügenden Dicke mit Wachs, indem man den Ausguss des Löffels unterder Dochtschlinge ansetzt. Das beim ersten Angiessen dünner geblie-bene jetzt oben befindliche Ende wird dabei dicker, die Kerze ziem-lich cylindrisch, was durch nochmaliges Rollen vollendet wird.
Die Kirchen- oder Altarkerzen werden ebenfalls gewöhnlichdurch Angiessen gefertigt, wenn sie die Länge von 4 Fuss nicht über-steigen. In letzterem Fall aber pflegt man das in heissem Wasser ge-knetete Wachs in längliche Streifen auf dem Tische zu formen, dieseum einen mit Wachs getränkten aufgespannten Docht zu wickeln unddurch Rollen zu vollenden. Bisweilen rollt man auch die gekneteteWachsmasse in die Kerzenform, schneidet diesen sehr langen Konusbis in die Mitte auf, legt einen getränkten Docht ein und schliesstdurch Rollen wieder die Wachsmasse. Alle diese grossen Altarkerzenversieht man während des Rollens mit einem Loch am unteren Endein der Richtung des Dochtes, indem man während des Rollens einspitzes Holz eindrückt. Es dient dies dazu, um beim Aufstecken aufdie mit einer Spitze versehenen Leuchters jene aufzunehmen; damitdas Wachs nicht ausbricht, legt man häufig hier auch einen StreifenMetallblech oder verziertes Band um.
Auch möglichst vollständig gebleichtes Wachs erscheint nach demUmgiessen gelblich, man setzt daher die frisch gegossenen Lichte einigeZeit der Einwirkung von Licht und Luft aus, wobei Befeuchtung durchden Thau oder durch Begiessen sich als fördernd erweist.
Die Dochte für die Wachskerzen werden aus feingesponnenemBaumwollengarn sehr gleichmässig genommen und durch Zusammen-legen von der erforderlichen Zahl Fäden eine solche Stärke gegeben,dass bei massiger Zimmertemperatur sich nur eine flach vertiefte Schale,welche wenig geschmolzenes Wachs enthält, auf der brennenden Kerzeunter der Flamme bildet. Eä kommt sehr viel darauf an, möglichstreine von Staub freie Baumwolle zu wählen, damit kein fester Kohlen-absatz sich in dem brennenden Dochte bildet; eine Sorte rauher levanti-
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