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9 (1864) [U - Z]
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290 Vitriolocher. Vitriolsalz, flüchtiges narkotisches.

Vitriolocher, 2 Fe 9 0 3 .S0 3 -f- 6 HO nach Beraelius »),auf der Kupfergrube bei Fahlun in Schweden mit Botryogen vorge-kommen und von Beudant 2 ) zum Pitticit gerechnet, daher auchEisensinter genannt, wird neuerdings als Varietät der mit demNamen Glocke rit von Naumann 3 ) belegten Species betrachtet,welche sich auch anderwärts findet und nach einer Analyse Hoch-stetter's 4 ) des von Obergrund bei Zuckmantel im österreichischenSchlesien zu derselben Formel führt, wie auch die von Jordan 6 ) un-tersuchten Vitriolocher von Goslar am Harz zeigen. Hiernach ist derGlockerit mit Einschluss des Vitriolocher stalaktitisch, traubig, nieren-förmig, mit krummschaliger Absonderung oder aus nicht fest verbun-denen Lagen zusammengesetzt, an der Oberfläche glatt oder wellen-förmig, gerunzelt u. s. w., dabei stark glänzend mit Wachsglanz, wenner frisch ist, sonst schimmernd bis matt, durchscheinend bis undurch-sichtig, gelblichbraun bis pechschwarz, gelblichgrün, dunkelgrün, hatgelblichbraunen bis ochergelben Strich, ist sehr spröde und leicht zer-sprengbar, besonders wenn er in trockener Luft liegt, wodurgh diestalaktitischen Massen zerkliiften und endlich zerfallen, zuletzt in erdigeochrige Massen. Im Glasrohre erhitzt, entwickelt er Wasser und schwef-lige Säure und wird roth oder braunroth, desgleichen auch vor demLöthrohre, der Rückstand reagirt auf Eisen. In Wasser ist er unlös-lich. K.

Vitriolöl, syn. für concentrirte Schwefelsäure,wegen der öligen Consistenz; als Englisches Vitriolöl wird seitfrüherer Zeit das käufliche Schwefelsäurehydrat, als Nordhäuser,deutsches oder rauchendes Vitriolöl das durch Destillationvon calcinirtem Vitriol erhaltene Anhydrid enthaltende Schwefelsäure-hydrat bezeichnet.

Vitriol roth, als ein Theil in dem Atramentstein genanntenGemenge verschiedener Zersetzungsproducte in dem alten Manne desRammeisberges bei Goslar am Harz vorkommend und von F.L.Haus-mann '') benannt, ist ein seiner Zusammensetzung nach noch unbe-kanntes Eisensulfat, welches derb, als Ueberzug und Anflug vorkommt,erdigen Bruch hat, matt, undurchsichtig und braunroth ist. ]£.

Vitriolsäure, syn. für Schwefelsäure.

Vitriolsäure, flüchtige, phlogistisirte Vitriol-säure, syn. für schweflige Säure.

\ ltriolsalze werden einige natürlich vorkommende wasser-haltende Sulfate auch genannt; der Krystallform nach nennt Mohsden Eisenvitriol ,.hemiprismatisches Vitriolsalz", den Kupfervitrioltetartoprismatisches Vitriolsalz" und den Zinkvitriol ,.prismatischesVitriolsalz".

Vitriolsalz, flüchtiges narkotisches, nennt Hom-berg die von ihm entdeckte Boraxsäure, weil er sie bei der Destillation

i) Dessen Anwend. d. Löthr. S. 247. 2 ) Dessen Traite' d. min. T. II, p. 484. 8 ) Dessen FJemente der Min. S. 250. 4 ) Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst.Bd. III, S. 131. ») Berg- u. huttenm. Ztg. 1854, S. 282. 6 ) Dessen Handb.d. Min. Bd. II, S. 1207.