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Vitex. — Vitriole.
\ ltex. V. agnus castus L. Der Samen dieses Strauches sollneben einem eigenthümlichen Bitterstoff dem Castin (3. 2. Aufl. Bd. II,2, S. 826) eine scharfe flüchtige Materie, viel freie Säure und fettesOel enthalten. In Griechenland sollen die frischen noch etwas unrei-fen Beeren zum gahrenden Most gesetzt den Wein berauschendermachen und sein Sauerwerden verhüten (Landerer').
\ itis. V. hederacea L. (Hedera guinquefolia Du Roi). DieBlätter dieser Pflanze zeichnen sich bekanntlich im Herbst durch dieschön rothe Färbung aus; AVittstein 2 ) hat die grünen und rothenBlätter untersucht; er hält den rothen Farbstoff, welcher durch Alkoholausgezogen wird, für einen eigenthümlichen Körper, den er Cisso-tannsäure nennt (s. 2. Aufl. Bd. II, 3, S. 77). 100 Thle. frischeBlätter gaben 1,56 Proc. Asche, welche in 100 Thln. enthielt: 23,9Kali, 12,0 Natron, 20,2 Kalk, 8,0 Magnesia, 0,1 Thonerde, 0,6 Eisen-oxyd, 3,1 Schwefelsäure, 15,1 Phosphorsäure, 5,0 Kieselerde, 10,0 Koh-lensäure, 1,8 Chlor.
Die Beeren von Vitis hederacea L. sollen nach Riegel 3 ) Harz,Zucker, Gummi, rothen Farbstoff, Aepfelsäure, Weinsäure und Citron-säure enthalten.
Vitrinopal, Vitrit, das dem Pechstein verwandte Mutter-gestein der böhmischen Pyrope, welches, nach Wert heim *), 83,72Kieselsäure, 3,58 Eisenoxyd, 7,57 Kalk, 0,67 Magnesia, 11,46 Wasserenthält und hiernach dem Opal näher zu stehen scheint, wenn nicht ge-rade die Zersetzung der Pechsteine zu dieser opalartigen Bildung nachAuslaugung der basischen Bestandteile führt. K.
Vitriol, Admonter, syn. Salzburger Vitriol.Vitriol, Bayreuther, syn. Salzburger Vitriol
(s. d. Art.).
Vitriol, blauer, grüner, weisser, s. Vitriole.
Vitriol, rother, syn. Botryogen (s. 2. Aufl. Bd. II, 2,S. 332).
Vitriol, Salzburger. Ein Gemenge von Eisenvitriol mitKupfervitriol (s. schwefelsaures Kupferoxyd-Eisenoxydul, Bd.VII, S. 545). Solcher Vitriol kommt jetzt selten vor, indem die beidenBestandtheile für jeden Gebrauch in den passenden Verhältnissen ge-mengt werden.
Vitrioläther, syn. Aether, weil aus Alkohol mit Hülfe vonVitriolöl dargestellt.
Vitriolbleierz, syn.Bleivitriol, das natürliche schwe-felsaure Blei (s. 2. Aufl. Bd. II, 2, S. 82.)
V ltriole wurden früher die krystallisirbaren meistens wasser-
l) Buchn. Repert. Bd. L1V, S. 90; Bd. LXXXI, S. 229: Bachn. N. Repert.Bd. III, S. 392. — 2 ) Buchn. Repert. Bd. XCVI, S. 318; Vierteljahresschrift f. prakt.Pharm. Bd. II, S. 161. — 3 ) Archiv d. Pharm. [2.] Bd. LV, S. 153. — *) Ram-melsberg, Repert. d. eh. Th. d. Min., S. 107.