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9 (1864) [U - Z]
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Violetter Lack.

Violursäure.

die Veilchenblunien zwei Säuren enthalten, eine rothe Säure und eineweisse Säure. Die letztere Säure soll in farblosen seidenglänzendenPrismen krystallisiren, bitter schmecken, sich in Wasser, Alkohol undAether lösen, sie soll mit Basen gelbe Salze bilden, welche die Hautfärben. Das Silber- und Eisensalz sollen löslich und krystallisirbarsein. Fe.

Violetter L ack, riolet cegital, ein aus Blauholzabkochungdurch Thonerde gefällter Lack.

V iolin. Viola-Emetin. Nach Boullay ist in allen Theilenvon Viola odorata in Blüthen wie in Blättern, Samen und Wurzeln einedem Emetin ähnliche aber doch von ihm verschiedene brechenerregendePflanzensubstanz, welche er Violin nennt. Die Substanz wird ausdem alkoholischen Extract der Pflanze dargestellt. Das Extract wirdmit Aether gereinigt, der Rückstand mit Bleioxydhydrat gefällt, undder getrocknete Niederschlag mit sehr verdünnter Schwefelsäure ausge-kocht, die Lösung mit Alkohol ausgezogen, bei dessen Verdunsten Vio-lin als amorphes gelbes Pulver zurückbleibt. Das Violin ist schwer-löslich in Wasser, unlöslich in Aether, leichtlöslich in Alkohol, es schmecktbitter und scharf, und wirkt brechenerregend, nach Orfila giftig.

Das Violin soll sich von Emetin dadurch unterscheiden, dass esleichter in Wasser, schwieriger in Alkohol löslich ist, besonders aberdadurch, dass es geröthetes Laekmuspapier nicht blau, sondern grünfärbt (?).

Das Violin ist noch nicht rein dargestellt, und nicht genau genuguntersucht, um zu sagen, ob es ein eigenthümlicher Körper ist; es istwahrscheinlich im reinen Znstande identisch mit Emetin. Fe.

Viollll nennt Price 1 ) einen durch Behandeln von Anilin mitSchwefelsäure und Bleihyperoxyd erhaltenen blauen Niederschlag.

Violursäure 2 ) oder Nitrosobarbitursäure nennt Baeyerein von ihm entdecktes Derivat der Harnsäure, ein Mittelglied zwi-schen Urarnil (s. S. 29) und Dilitursäure (s. 2te Aufl. Bd. II, 3,S. 467 und Annal. d. Chem. und Pharm. Bd. CXXVII, S. 211), wel-ches er als Zersetzungsproduct der Hydurilsäure erhielt (s. Bd. III,S. 956; die Formel der Hydurilsäure ist nach ihm C 16 H 6 N 4 0 12 , nichtwie dort angegeben C 12 H 4 N 3 Oi 0 ). Die Violursäure ist C 8 H 3 N 3 0 8 ,oder HO.C 8 H 2 N 3 0 7 ; ihre rationelle Formel C 8 H 3 (N0 2 )N 2 0 6 ; sieenthält also Stickoxyd und entsteht aus der Hydurilsäure durch Ein-wirkung von Salpetersäure, von salpetriger Säure oder salpetrigsau-rem Salz:

C 16 H B N 4 0 12 + N0 5 = C 8 H 3 N 3 0 8 -f C 8 H 2 N 2 0 8 + HO;

oder

Hydurilsäure

Violursäure

Alloxan

C 16 H 6 t\ r 4 Q 12 -f KO.N0 3 -)- 2N0 3 = KP. C S H 2 N 3 Q ? -f- C 8 H 2 N 2 0 8

Hydurilsäure Violursaures Kali Alloxan

+ 2 HO -f- 2N0 2 .Die Violursäure bildet sich auch bei theilweiser Keduction von

!) Kepert. of Patent-Inv. 1860 Fevr., p. 159: bingl. polyt. Journ. Btl CLV.S. 306. 2) Annal. d. Chem. u, Pharm. Bd. CXXVII. S. 200.