Urinfarbstoffe.
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Stoff unter den Händen hatten, der von Heller unter dem NamenUroglaucin, von A. Martin aber unter dem Namen Urokyanin be-schrieben wurde. In der That stimmt dieser Farbstoff in seinen Eigen-schaften, namentlich in seinen Löslichkeitsverhältnissen und in seinerSublimirbarkeit mit dem Indigo nahezu überein. Die letztgenanntenBeobachter haben aber ihren Farbstoff unter ähnlichen Bedingungenzu reduciren vermocht wie den Indigo, namentlich durch Eisenoxydul,schweflige Säure, Schwefelammonium u. s. w. bei Gegenwart von Al-kalien oder alkalischen Erden, und konnten aus diesen Küpen den In-digo durch Berührung mit atmosphärischer Luft wieder regeneriren.Ja v. Sicherer will daraus sogar Isatin und Anilin dargestellt haben.Demnach erscheint es mindestens sehr wahrscheinlich, dass auch dieunter dem Namen Uroglaucin, Urokyanin u. s. w. beschriebenen blauenFarbstoffe nichts weiter ah Indigo sind. Nach den Beobachtungen vonSchunck ist Indican, die den Indig erzeugende Substanz, nicht seltenBestandtheil des normalen menschlichen Harns. Zur Nachweisung der-selben vermischt er den Harn mit Bleiessig, filtrirt den entstellendenNiederschlag ab, versetzt das Filtrat mit Ammoniak, zerlegt den dieIndigverbindung enthaltenden ausgewaschenen Niederschlag ohne An-wendung von Wärme mit Schwefelsäure oder Salzsäure und filtrirt. Istdie den Indig erzeugende Substanz (Indican) vorhanden, so wird dasFilter schön blau, und es bilden sich auf der Flüssigkeit die kupfer-glänzenden Indighäutchen, wie bei der Indigküpe. Nach einigen Tagensetzt sich der Indig als blauer Niederschlag ab, den man durch Auf-lösen in Kali unter Zusatz von Zinnchlorür rein erhält.
2. Gelber Harnfarbstoff.
Uroxanthin nach Heller. Mit dem Namen Uroxanthin be-zeichnet Heller einen Farbstoff, der die intensiv weingelbe Farbe desHarns bedingen soll. Heller aber hat nicht einmal versucht ihn zuisoliren. Durch freiwillige oder künstliehe Oxydation soll er sich in zweiFarbstoffe zerlegen, von welchen der eine schön rubinroth, der andererein ultramarinblau ist (der erste Urrhodin, der zweite Uroglaucin). DieGegenwart des Uroxanthins im Harn soll sich durch nachstehende Reac-tionen zu erkennen geben: Salpetersäure erzeugt in uroxanthinhaltigemHarn sogleich eine violette Färbung; schüttet man in ein Becherglaszuerst concentrirte Salzsäure, und tropft dann in selbe Harn und zwarunter beständigem Umrühren, so zeigt sich eine intensiv veilchenblaueFärbung, die bei grossem Uroxanthingehalt des Harns ins tief Indig-blaue ja bis ins Dintenschwarze übergehen kann, und wobei sich Uro-glaucin und Urrhodin abscheiden, während die darüberstehende Flüs-sigkeit sich allmälig entfärbt. Wenn man aus mit Salpetersäure an-gesäuertem Harn die Salzsäure durch salpetersaures Silber im Ueber-schuss fällt, filtrirt, hierauf das Filtrat genau mit Ammoniak neutrali-sirt, so entsteht ausser dem hellgelben Niederschlag von phosphor-saurem Silber bei grösserer Menge von Uroxanthin eine intensiv brauneFlüssigkeit und Fällung.
3. Rother Harnfarbstoff.
Urohämatin von Harley. Harn wird verdunstet, wobei dieauskrystallisirenden Salze beständig entfernt werden, der syrupartigeRückstand mit Alkohol extrahirt, der alkoholische kochende Auszug
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