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9 (1864) [U - Z]
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Ultramarin.

weise darauf hin, dass nichts anderes als die blaue SchwefelsäureVogel's, bekanntlich eine Verbindung wasserleerer Schwefelsäuremit Schwefel (s. Bd. VII. S. 483), das wahre färbende Princip des Ul-tramarins sei. Allein dem steht entgegen, dass in manchen Ultrama-rinen gar keine Schwefelsäure gefunden wird, und dass Schweigger'sAnnahme die Entwickelung von Schwefelwasserstoff beim Uebergiessenmit Salzsäure gar nicht erklärt. Eisner leitet Schwefelwasserstoffüber glühende chemisch reine Thonerde und beobachtete keine Farben-veränderung, ebenso wenig als er denselben Versuch mit einem Ge-menge von Thonerde, kohlensaurem Natron und Kieselsäure wieder-holte. Er glaubt, dass in dem blauen Ultramarin eine höhere Schweflungs-stufe von Schwefelnatrium sei als in dem grünen, da durch Uebergiessenmit Salzsäure bei letzterem der meiste Schwefel als Schwefelwasserstofffortgehe, bei ersterem mit der Kieselsäure im Rückstand bleibe. Uebrigensschreibt er die Färbung dem Schwefelnatrium und Schwefeleisen zu.Gentele wandelte zuerst durch Darüberleiten von Chlor, schwefligerSäure und durch wiederholtes Eindampfen mit Salmiak grünes Ultra-marin in blaues um und beobachtete, dass nur die Flamme des bren-nenden Schwefels also schweflige Säure es ist, welche die Bläuungverursache. Er zieht daraus den Schluss, dass schweflige Säure, wieChlor und Salmiak durch Entziehung von Natrium wirken und dadurchdas Einfach-Schwefelnatrium des grünen Ultramarins in eine höhereSchwefiungsstufe umwandele. Durch verschiedene Versuche weist ernach, dass die Schwefelverbindung mit den Silicaten chemisch verbun-den ist. Für die Ultramarinverbindung vermnthet er folgende Formel,ohne sie jedoch mit Bestimmtheit zugeben:

(RO.SiOs + R 2 0 3 .SiÖ 3 ) + (xNa S n .SiOy)RO ist Na, CaO, FeO. E 2 0 3 ist A1 2 0 3 .

Der Umstand, dass das Silicat im Lasurstein die Formel NaO,CaO . 2 Si0 3 -f- A1>0 3 . 2 Si0 3 besitze, scheint ihm zu beweisen, dassdie blaue Farbe nicht von der Zusammensetzung der Silicate abhängt,dass sie aber entsteht, wo diese Silicate neben vorhandenem Schwefel-natrium sich bilden können. Gentele 1 ) behauptet ferner und bestehtneuerdings noch darauf, dass beim Glühen des Ultramarins im Wasser-stoffstrome kein Schwefelwasserstoff entweiche, sondern nur Wasser-stoff mit etwas verdampftem Schwefel. Er bestreitet das Vorhanden-sein einer Sanerstoffverbinduna; des Schwefels im Ultramarin. BreHn-lin 2 ) ist der Ansicht, dass ein Silicat von stets constanter Zusammen-setzung, der des Nephelins ähnlich, im blauen Ultramarin mit Fünf-fach-Schwefelnatrium, im grünen mit Zweifach-Schwefelnatrium ver-bunden sei und nimmt folgende Formeln an:Grünes Ultramarin: ([(2 NaO).Si0 3 ] -f 2 [AI, 0 3 .Si0 3 ]) -f- Na S 2Blaues ([(2 NaO).Si0 3 ] -j- 2 [Al 2 O 3 .Si0 3 ]) -j- NaS 5

Breunlin sagt, untersehwefligsaures Salz zersetze sich bei derTemperatur, bei welcher die Ultramarinbildung vor sich gehe, inSchwefel und schwefelsaures Salz und giebt zur Erklärung seiner For-meln au, dass sich Fünffach-Schwefelnatrium und kieselsaures Natron bil-den, wenn man Kieselsäure und Schwefelnatrium zusammen erhitze, wobeidas Natrium sich an der Luft oxydire. Zur Bestätigung seiner Theorie

*) Dingl. polyt. Journ. Bd. CLX, S. 453.Bd. XCVII, S. 295.

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) Annal. d. Chein. u. Pharm.