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9 (1864) [U - Z]
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Ultramarin.

zurükzuführen. Allein es ist ^tatsächlich x ), dass die Priorität Gmelingebührt, und wäre dies selbst nicht der Fall, so müssten wir dochihm das Hauptverdienst zuerkennen, da er seine Methoden und Erfah-rungen auf die uneigennützigste Weise veröffentlichte, Guimet dage-gen die seinigen stets geheim gehalten hat.

Als synthetische Darstellung eines ziemlieh complicirt zusammen-gesetzten Minerals hafte die Gmelin'sehe Entdeckung auch für dieWissenschalt hohen Werth. Guimet hat nach einer offenbar einfache-ren Methode zuerst Ultramarin für den Handel fabrieirt.

In Deutschland entstand die erste Fabrik zu Nürnberg; sie arbeitetnach einem von Professor Leykauf erfundenen Verfahren. Dies-- Fabrikbrachte es nach und nach dahin, dass ihre I ltramarine dem natürlichenan Glanz und Feuer gleichkamen, an Mannigfaltigkeit der Nuancendasselbe übertrafen. Dieses Etablissement gehört noch in Productionund Schönheit des Fabrikats zu den ersten. Jetzt existiren wohl gegen20 Ultramarinfabriken in Deutschland, ausserdem sind solche Fabrikenin Frankreich, Belgien, weniger bedeutende in Engiaud. Die deut-schen Ultramarine beherrschen den Weitmarkt.

Ehe wir die Darstellungsmethoden beschreiben, wollen wir zumbessern Verständniss einige Analysen des Lasursteins und verwandterMineralien, sowie natürlichen Ultramarin? mittheilen.

Nosean. i Hauyn.

Lasur-

Lasur-

Lasur-

Ittnerit

stein.

stein

stein

(Gmelin).

(Varrentrapp.)

(Klap-roth).

(Gme-lin).

Kieselsäure

34,02

35,93 35,01

45,50

4G,0

49,0

Schwefel-säure

(so?}- 4 ' 89 )

9,17 12,00

5,89

4,0

2,0

Schwefel .

(S-j-HO 10,76)

0,24

0,95

Thonerde .

28,40

32,57 ; 27,42

31,70

14,5

11,0

Eisenoxyd

0,62

(Fe O0,05) (Fe 1,72)

(Fe 0,86)

8,0

4,0

Natron . .

11,29

17,84

9,12

9,09

8,0

Kalk . .

5,2«

1,12

12,55

3,52

17,5

16,0

Chlor . .

(Na-61 1,62)

0,65

0,58

0,42

(CO 2 10,0)

(MgO 2,0)

Wasser . .

fHO 1,57)

1,85

0,(32

0,12

2,0

98,43

99,24

99,80

98.11

97,0

92,0

!) In dem Nekrolog für Chr. Gmelin (Württemb. naturwissensch. JahreshefteXVII, S. 24.) heisst es:Seine zufällige Entdeckung, dass der Ittnerit vom Kaiser-stukl im Fener schön blau ward und in Säuren Schwefelwasserstoff entwickeltewie das Ultramarin, hatte schon im Jahre 1822 die Idee der künstlichen Bereitungdieser Farbe in ihm erweckt. Aber in einer kleinen Stadt waren bei der Kostbar-keit des ächten Ultramarins, das seit undenklicher Zeit aus dem seltenen Lasur-stein der hohen Tartarei dargestellt wird, die notwendigen Vorarbeiten mit grossenSchwierigkeiten verknüpft. In dieser Bedrängniss ging er im Frühjahr 1827 nachParis, und theilte Gay-Lussae sein Vorhaben mit. Der französische Gelehrte gabihm den Rath, gegen Niemand etwas zu aussein, und derselbe war es dann, der10 Monate später am 4. Febr. 1828 den Pariser Akademikern verkündigte, dass Gui-met in Toulose die künstliche Darstellung von Ultramarin gelungen sei, ohne dabeiGmelin's zu gedenken! Gay-Lussac (Annal. de chim. et de phys. [2.] T. XXXVII,p. 413.) sucht sich nun zwar dagegen zu rechtfertigen, und Guimet behauptet so-gar, dass er das Geheimniss schon Jahre laug mit sich trage und der Maler Ingresbereits im Juli 1827 sich seines künstlichen Products beim Plafond des MuseumsCharles X. bedient habe, nur bemerkt Poggendorff (Pogg. Annal. Bd. XIV, S. 370.)dagegen sehr triftig, wie auffallend es sei, dass Guimet seine Entdeckung 2 Jahre