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Arzneimittel der heutigen Medizin : mit therapeutischen Notizen ; zusammengestellt für praktische Ärzte und Studierende der Medizin
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Digitalis.

Digitalis. In den Digitalisblättern sind Stoffe, die durchBeeinflussung des Herzmuskels und der Gefäßmuskularisden Blutdruck steigern, in kleinen Dosen durch Vagus -reizung die Pulszahl verringern, in großen durch Vagus-lähmung den Puls beschleunigen, in noch größeren Gabenden Blutdruck sinken und die Herztätigkeit arhythmischwerden lassen. Die therapeutisch wichtige Wirkung, dieden kleinen Dosen zukommt, äußert sich kräftiger amlinken Herzen und am großen Kreislauf als am rechtenHerzen und am Lungenkreislauf. Pathologische Fül-lung des Venensystems wird vermindert auf Kostendes arteriellen. Digitalis wirkt auch durch Erweiterungder Nierenarterien diuretisch. Voraussetzung der Wirkungist ein genügend funktionsfähiger Herzmuskel.

Die wirksamen Glykoside sind das Digitoxin, s. u..das schwächere Digitalein und das Gitalin (letztereshauptsächlich im Infus enthalten). Außerdem enthaltendie Fol. Digit. noch das saponinartige Digitonin, das nurdie Eigenschaft besitzt, in Wasser unlösliche Stoffe darinsuspendiert zu halten. Digitalisblätter sollen nicht überein Jahr aufbewahrt werden, weil die Wirkung nachläßt:0,5 nach Eintreffen der frischen Blätter im Juli oder Augustwirkt soviel wie 2,0 am Ende des Jahres. Außerdem gehtdabei das Digitoxin in einen kristallinischen Zustand über,dem im Gegensatz zum amorphen Digitoxin die Kumulativ-wirkung zukommt. Dadurch entsteht namentlich beilängerer Darreichung kleiner Dosen oft Vergiftung, diesich zunächst durch Appetitmangel, Übelkeit, Erbrechen.Trockenheit im Schlünde, Kopfschmerz, Schwindel undDurchfall äußert; bei fortgesetztem Gebrauch treten danndie eingangs angegebenen Erscheinungen der größeren Gabenein. Man gebe während einer Kur nur 2—3 g, um Kumu-lationserscheinungen zu vermeiden. Kleine Gaben (täg-lich 0,05) können dagegen lange Zeit hindurch ungestraftgenommen werden. Die erwünschte therapeutische Wirkungzeigt sich regelmäßig erst am zweiten oder dritten Tageder Darreichung. Bei Vergiftungserscheinungen unterbrichtman die Medikation. Im allgemeinen sucht man nach einerDigitalisperiode eine Zeitlang das Mittel zu vermeiden,nötigenfalls greift man in der Zwischenzeit zu den Ersatz-mitteln, vgl. Coffeinum, Strophanthus, Sparteinum, Adonisu. a. Besondere Vorsicht ist bei Arteriosklerose nötig!Bettruhe während einer Digitaliskur erscheint zweckmäßig.

Indikationen für Digitalis:

Anhaltende Herzschwäche und derenzustände, gesunkener arterieller Druck,

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