Cap.VM Von dem Bluten der«. 431
Das VIII. Capttel.
Warum dieCörper der ertrunckenen odtt
sonst enikibten,bey Annahung ihrer Bluts-
Freunde, oder des 3 Hüters selbst ansahen/
zu Bluten?
ItNter allen schweren PKyllcZlischen Fragen, so^oa mögen von denen Geehrten auffgebrachtwerden, ist dlcse gewißlich eine der schwerestenmit, alleln nicht wohl zu ergründen und hinlängli-che k2ilon davon zu geben.
Man we»ß wohl, daß die verstorbenen Cörpereine Zeitlang etliche natürliche Kläffte behalten,dadurch ihnen Haar und Nägel wachsen, absvn«lich, so dle äusserliä)« Warme in ihre innerlicheFeuchtigkeit würcket. Gleichwie die grün abge-schnittene Zweige von den Bäumen etliche Tagelang wachsen,-Blätter und Blüte gewinnen, soman sie Nur immer mit Wasser erfrischet, weil dienatürliche Krafft, so sie von derWurtzel bekomm,noch bey ihnen ist;S» bald avttdieselbe deutschet,so verwelcken sie, und die Blätter fallen ab. Alsomöchte man gedencken,daß dasBlut. welches beyden Todten annoch in Adern liegt, wenn man denCörper bewegt und rüttelt, heraus fiiesse. Ja,wenn sie neulich ermordet, ein frisch Blut, das dieeingepfiantzte Natur und seine Farbe an sich hat,aus dem todten Cörper heraus fiiesse, und blute;Wenn sie aber nun längst zuvor erschlagen ftyn,und langsamgefnnden werden, nicht ein so frischschön und roth Blut,sondetnein blutigesEyler, sose erstochen sind, oder «schlagen, durch dieWun-
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