zeigt sich schon im todten Zusta-lde. Ein faulendesStück Fleisch kann einem noch unverdorbenen sehr balddie nämliche Verderblich mittheilen, d. 5- es anstecken.Eden dieß geschieht i» Lebenden, uur mit dem Unter-schiede, daß hier die Gegenwirkung der Lebenskraft diechemische Einwirkung hemmen, schwächen, auch ganzunwirksam machen kann, wie die jeder schädlichen Po-'tenz. — Hier hangt es von der Energie des einwirken-den Faulstsff-5- und der gegenwirkenden Vitalität ab,welcher Theil oey dem Kampfe siegen soll. Und ist dieEinwirkung der Faulniß intensiv und extensiv sehr ge-waltsam, oder ist die Vitalität schon geschwächt, s»mag f«! auch hier eine Verderbniß der Malerie zu be-wirken , die denselben Charakter der Fäulniß in höhermoder niedern Grade tragt. Diese saulichte Verderbnißkann nun, indem sie den Organismus durchdringt, eineKrankheit erzeugen, die gewöhnlich als TyphuS erscheint,und dadurch veranlassen, daß sich neue faulichte Sloffeaus den Lebenden produziren, und andern mittheilen,wodurch die nämliche Verderbniß fortgepflanzt wird, d.h. daß sich ein Kontagium erzeugt. — hat die Er-fahrung gelehrt, daß durch das Faulen vieler Leichenauf Schlachtfeldern, todter Fische nach Ueberschwem-niungen, den Genuß faulen Fleisches und WasserS :c.höchst bösartige ansteckende Epidemien sind.
Ferner gehören Hunger, verdorbene Nahrung,Unrcinlichkeic und traurige Gemüthsstimmnngen zu de>»entfernten Ursachen des Kontagiums, in sofern sie vor-züglich geschickt sind, durch Verminderung der Lebens-kraft iene Veränderung der organischen Mischung her-vorzubringen, welche Entwicklung eines Kontagiumsbewirkt. Daher ist Armuth, weiche alle diese Bedin-gungen vereinigt, die Region, in welcher sich am häu-figsten Kontagieu aller Art erzeugen und fortpflanzen;daher sind die Zeiten des Kriegs, der Hungersnoth,lange danrende Belagernngsn immer auch der Entstehungansteckender Krankheiten vorzüglich günstig.