Ueber die Ursache», welche ein Konlagium ur-sprünglich produziren können, wissen wir bis jetzt fol-gendes. Sie sind theils äußere, theils innere,i. Aeußerc Bedingungen:
Zu den äußern gehören vorzüglich fehlerhafte Be-schaffenheit der Atmosphäre, starke und anhaltende Hitzelind Feuchtigkeit, am meisten wenn die beyden letztenBedingungen zusammen treffen. Deßwegen sind die See-küsten und sumpfigen Gegenden, am meisten in heißenHimmelsstrichen, diejenigen, wo sich am häufigstenKontagien erzeugen, z, B. Westindien, Aegvpten. Deß-wegen können im Sommer auch bep uns Krankheitenweit leichter kontagiös werden, als im Wintt', unddeßwegen können manche Krankheiten, die im Nordennicht, oder doch nur selten kontagiös sind, in südlichenLändern sehr kontagiös werden, z. B. die Lungcnsucht.Daher kann eine hitzige, schweißtreibende Behandlungfast in allen akuten Fiebern die Erzeugung eines Konta-giums veranlassen, wie die Geschichte des Friefelkon-tagiums beweiset, das offenbar ein Kunstprodukt warund noch seyn kann.
Was die Lust betrifft, so kommt hier vorzüglichdie atmosphärische Lustbeschaffcnheit in Betracht, dieoffenbar den ausgezeichnetsten Einfluß auf Entwicklungder Kontagien hat, ob wir gleich den Grundstoff undden Mischungsfehler noch nicht genau anzugeben vermö-gen , der dabep konkurrirt. — Voran steht die epide-mische Luftkonstituliiin, jene in ihrem Innern so uner-kennbare und doch so mächtig ergreifende Luftverderbniß,wodurch es geschieht, daß ganze Gegenden von deinnämlichen Charakter und Form der Krankheit befallenwerden, und wobey sich so leicht ein Kontagium entwi-ckelt. Wir nennen solche Krankheiten epidemische, undunterscheiden sie mit Recht von den kontagiöfen, in fe-fern jene durch die allgemeine Einwirkung der Atmo-sphäre, diese durch Mittheilung eines KontagiumS enk.suchen, und jene ursprünglich nnd an ^und für sich nicht