Zweptens können sie, indem sie die Reitzung ineine Stelle konzentriren, sie nach den Gesetzen des Anta-gonismus von den kranken Theilen ableiten.
Ferner ist es sehr wahrscheinlich, daß die dadurcherzeugte Eiterung, als ein neues Absonderungsorgan,als ein neuer animalisch - chemischer Prozeß, auf dieVerbesserung der chemischen Mischung und Absonderungder Haut sehr heilsame Wirkungen haben kann. Wirkennen die Natur der Eiterung und die chemischen Ein-wirkungen dieses Prozesses noch viel zn wenig, um sieblos als unbedeutende oder blos schwachende Ausleerungzu betrachten, und darnach zu verurtheilen.
Endlich dienen sie auch zuweilen als Aez-und Dc-struktionsmittel für die völlig desorganisirten Hautstel-len, die auf keine andere Weise zu verbessern sind, alsdadurch, daß man sie ganz wegschafft, und dadurch zueiner neuen Hauterzeugung Gelegenheit giebt.
Die Fälle der Anwendung sind also:
Einmal bey allen sehr hartnäckige» Hautkrankhei»ten, wenn die gewöhnlichen Mittel vergebens sind, unddaS Uebel am Ende durch Habitus fortdauert; da kanndie Kur oft schon dadurch gelingen, daß man eine neuekrankhafte Sekretion crngt, wodurch die andere aufge-hoben wird.
Zweytens wenn der Hautausschlag oder das Ge-schwür die Folge einer andern Krankheit oder siipprimir-ten Sekretion, und also antagonistischen Ursprungs war,vorzüglich wenn die vorhergehende Krankheit deutlicheBeweise einer fehlerhaften chemischen Mischung oder Se-kretion zeigte, z. B. gichtischer, skrofulöser Zustand.
Der Ort der Anwendung muß immer so nahe wiemöglich dem Hautübel sey«. Bey allgemeinen E/an?themen applizire man sie an mehreren .Orten zugleich,z. B. am Arm und Bein.— Ist die Absicht, dieStel-le zu destruiren, so muß die Anwendung natürlich aufden leidenden Theil geschehen.