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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
Entstehung
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103
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27».

Die größten Abweichungen in den Zügen des Antlitzeskommen in Fällen der Bösartigkeit und der größten Le-bensgefahr durch gänzliche Erschöpfung d-r Kräfte vor.Es wirkt der völlige Verlust der Kräfte dergestalt auf dieZüge des Antlitzes, daß das Volumen, die Farbe und derganze Habitus desselben diese gänzliche Erschöpfung aufdas sprechendste ausdrucken.

''.Man nennt dieses Ansehen der Kranken das Hippo-lratische, weil im Prognostikon dieses alten Arztes ein sehrtreues Gemählde von diesem Ansehen vorkommt. Es gehö-ren aber zum Hippokrat'schen Antlitz folgende Dinge:

Eine bleiche, erdfahle oder bläulichte Farbe des gan^zen Antlitzes: eine eingefallene, runzlichte Beschaffenheitder Wangen und der Stirn: eine spitzige, an den Seitenzusammengezogene Nase, deren Flügel sich bey jedem schwe-ren Aus - und Einathmen auffallend verengern und erwei-tern : ein halb offen stehender Mund; dünne mit Schmutzbelegte Lippen, die die Zähne .ücht bedecken; eingefalleneSchläfen, eingebogene Qyrenläppchen; eintrübet, glanz-loser Blick der Augen, die tief in Höhlen liegen, das sinddie Zeichen, welche zum Hippokratischen Ansehen gehören,und die äußerste Erschövst-ng der Kräfte beweisen.

II. Von den Zeichen aus dem Auge.

27,

Die Augen sind der Theil des Antlitzes, den lvirüberall zuerst und am genaueste« betrachten, wenn wirüber die Physiognomie eines Menschen urtheilen wollen.Es ist nur zu bedauern, daß wir von manchen Eigen-schaften des Blickes der Augen keine bestimmte Erklä-rung zu geben vermögen, sondern daß dieß alles bloßdurch Uebung erlernt werden muß. Indessen gibt es Ei-