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Kurt Sprengels Handbuch der Semiotik
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V. Ordnung der Zeichen.

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Die Zeichen der Krankheiten smd in der Regel ZufWe,welche mit dem widernatürlichen Zustande zusammenhangen.Nachdem die Symptome also verschieden sind, lassen sich auchdie Unterschiede der Zeichen festsehen. Die Symptome sindnun entweder widernatürliche sinnlichcEigenschaften des Kör-pers, oder verletzte Verrichtungen, oder Fehlerder Ausleerun-gen. (Handbuch der Pathol. Th. I. §. 56.881). Wir werdendaher die Semiotik auch nach diesem Unterschiede eintheilen.72-

Die Ordnung, in welcher die Zeichen ihrem Werthe nachstehen, und in welcher man sie auch beydemKrankeneramcnzu untersuchen hat, istdie, daß man erst nach denHauptbc-fchwerden fragt, dann den Habitus prüft, hierauf zu den Le-bensverrichtungen übergeht, dann die natürlichen und thieri-schen Verrichtungen folgen läßt, und mit der Prüfung derUrsachen und zufälliger Erscheinungen den Schluß macht.

Diese Ordnung ist die natürlichste und zweckmäßigste.Denn der ausführliche Bericht über die Hauptbeschwerdengibt dem Arzte das meiste Licht über den kranken Zustand undseine Verhältnisse, die Zeichen aus dem Habitus deuten aufden Grad der Lebenskraft, und trügen am seltensten; die übri-gen Zeichen sind zwar auch wichtig, aber sie können, wenn siezuerst beobachtet werden, den Arzt leicht irre führen.

73.

Es ist zweckwidrig und nachtheilig, diese Ordnung umzu-lehren, und sowohl beym Krankenexamen, als im Vortrageder Semiotik, die Untersuchung mit dem Alter des Patientenund andern natürlichen Bestimmungen anzufangen, oder dieLebensverrichtungcn vorauszuschicken, die nie so sichere Zeichenliefern, als der Habitus.