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Versuch über den Character des großen Arztes, oder kritische Lebensbeschreibung Herrn D. Herrmann Boerhaves : nebst einem Verzeichnisse der Boerhavischen Schriften
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Es war ehemals eine noch unemschie- D« M«.dene Frage, und sie scheinet es auch noch lb«mat!l.bey vielen Leuten zu seyn, ob die mmhema-tischen Wissenschaften einem Arzte nüzlichsind. Es wäre vielleicht zu wünschen,wenn kein einziger Gelehrter, und vor-nehmlich kein einzigerBücherschreiber glaub-te, daß er wenigstens einiger Kenntniß der-selben überhoben seyn könne. Wenn inallen Studien, und in allen Gewerbenviel an einem richtigen Verstände gelegenist, so ist hierzu zu ge/angen, wie michdünkt, das allersicherste und leichteste Mit-tel, daß man sich bey guter Zeit nach derMathematikkundigen ihrer Vernunftlehre(Logik) richte. Ich bleibe bey der Arzney-wissenschaft. Kann man wohl zweifeln,daß sie nicht einen großen Theil ihrer Voll-kommenheit der Mathematik und beson-ders der Naturlehre schuldig sey? Setzendie Gelenke unserer Beine, das Spielunserer Muskeln, die Bewegung unsererGliedmassen nicht die allerfeinste Mechanikvoraus? Dient die Hydraulik nicht, unseinen leichten Begrif von dem wunderbarren Laufe unsrer Säfte zu geben? Undwürden wir das geringste bey den Wirkun-gen der Lungen und des Herzens erkennen,wenn man nicht einige Eigenschaften derLuft und des Feuers entdeckt hätte? Boer»have dachte nicht eher an die Heilkunst,als bis er ein Mathematiker gewesen war,

und