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Versuch über den Character des großen Arztes, oder kritische Lebensbeschreibung Herrn D. Herrmann Boerhaves : nebst einem Verzeichnisse der Boerhavischen Schriften
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mer geben, vollkommen zu machen schei-nen. Es würde zu viel seyn, wenn ihreEinbildungskraft, die von ihrer eignenFruchtbarkeit hinters Licht geführet wird,sich nicht oft in mehr blendende als wesem«Isigemi, liche Begriffe ausließe. So schatzbar auchnichts diese Gabe seyn mag, so giebet es doch eineschätzbar, andere weit schatzbarere, weit seltenere, undMlcktigleit zum Unglücke fast unverträgliche mit der er-des V«. sten. Dieß ist ein richtiger Verstand, eineauserlesene Einsicht; eine langsame, aberin ihren Wirkungen sichere Eigenschaft.Ich scheue nuch nicht, sie dem Boerhavezuzueignen. Eme gewissenhafte Aufmerk-samkeit verließ ihn niemals in seinen Unter-suchungen. Er begnügte sich nicht, dieSachen nur obenhin abzuhandeln, er hattesich überzeuget, daß man, sie zu ergrün-den, die Untersuchung nicht übereilen dürf-te. Die Begriffe, so er auf die Art er-langte, waren ungemein k/ar; und die er-langte Gewohnheit, sich dieselben oft undunter allen ihren Gestallten vorzustellen,durch ein vomefiichcs Gedächtniß unter-stützet , hatte ihm dieselben so bekannt alsdeutlich gemachet *. Er hatte sich alsoein Lehrgebäude von zusammenhangenden

Wahr-

* Eines Tages, da der Herr Bürgermei»sier Sehcrard bey ihm war, kam ein Frem>der zu ihm, und weil dessen Stärke in derKenntniß der spanischen Dichter bestund, so