Vorrede.
4. Endlich habe ich mich bey Entwerfungdes Bildnisses eines großen Arztes bestrebet, zu-gleich der Arzneykunst ihres zu machen. Weilaller Welt daran gelegen ist, so ist es nicht zuverwundern, daß sich alle Welt darein menget,davon zu urtheilen; allein man würde sich ver-wundern müssen, wenn ihre Entscheidungenso billig als beständig waren. Diejenigen, wel-che mit der größten Hitze wider sie loßziehen,oder mit der größten Scharfsinnigkeit über dieseMaterie spotten, sind in den verschiedenen Zeit-räumen ihres Lebens nicht allezeit mit sich selbsteins; und man siehet nicht selten, daß sie beyder ersten Krankheit ihre nachtheilichsten Urthei-le und scharfsinnigsten Spöttereyen widerrufen.Uebechaupt ist es billig, daß ihr Schrecken unswenigstens zum Theil, wegen ihrer Unwissenheiträchet; und dieß ist nicht das einzigemal,daß dieLeidenschaften zur Zerstreuung der Vorurtheiledienen. Gleichwohl bringet die Erfahrung diemeisten Leute in der Minute, da sie sie machen,erstlich aus dem Irrthume; und sie ist nach diesemnicht stark genung, der Begierde einen lustigenEinfall vorzubringen, Einhalt zu thun. Allsdieser Widerwärtigkeit entstehen die Abwechse-lungen der Unachtlamkcit, und des Eifers; das-jenige Gebrechen des Vertrauens und der AGmerksamkeit; und überhaupt die Vermischung
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