Vorrede.
Daher kommt es, daß man sich an allen Or-ten, und zu allen Zeiten diejenigen, welche sichin ihrem Leben hervorgethan haben, nach ihremTode bekannt zu machen hat angelegen ftyn las«sen. Allein die unterschiedene Fähigkeit derer, wel-che die Lebensbeschreibung berühmter Verstor-benen unternommen haben, hat keinen andernEinfluß, als auf ihre Werke haben können. Jeschwerer ihre vorgesetzte Bemühung war, umsoviel weniger ist es zu verwundern, wenn sie die-selbe nicht alle und allezeit wohl erfüllet haben.
Allein,ohne hierbey der Qvelle dieser Verschie-denheit stille zustehen, so giebet es, nach meinemErachten, noch eine andre, welche zu beobachtenwett angelegentlicher und wichtiger seyn würde.Diese hier bringet auch Verschiedenheit der Ab-sichten und Entwürfe, die man sich vorgesetzthat, hervor. Ich finde darinn dreyerley Arten,Die Historie großer Manner zu beschreiben.
I. Die erste bestehet darinn, daß man die be-sondern Umstände chres Lebens sammelt, ihreThaten erzählet, ihre Arbeiten anzeiget. Ich binstark geneigt zu vermuthen, daß diese Art diealleralteste und allgemeinste ist. Die alleralte-sten Denkmaler, die uns übrig sind, so wohl, alsDie Reisebeschreibungen kommen mit diesem Be-griffe ziemlich überein, und im Grunde ist es sehrnatürlich zu glauben, daß man anfanglich und
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