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Officinell. Baisamum peruvianum, Perubalsam 1 ). Nach einem BerichteDorat's an Hanburg (C anstatt's Jahresbericht) wird die Kinde des Baumesan vier kreuzweise einander gegenüberliegenden Stellen mit dem Astrücken sogeklopft, dass sie sich vom Stamme ablöst. Die vier dazwischen liegenden Stellenwerden erst im darauffolgenden Jahre ebenso in Angriff genommen. Nach einigenTagen werden die nur theilweise abgelösten Rindenstücke durch an den Baumgehaltene flammende Holzbündel bis zum Verkohlen erhitzt, um das Ausfliessenpes Balsams aus dem Stamme zn bewirken. Kurze Zeit darauf wird der aus-niessende hellgelbe Balsam durch ausgedrückte Zeuglappen aufgenommen unddiesen durch Kochen mit Wasser und Ausringen entzogen. Der durch das Kochendunkel gewordene Balsam hat sich im Wasser zu Boden gesetzt; nach Entfernungdes Wassers giesst man ihn in mit Pisangblättern umgebene Calabassen, verstopftdiese mit Pisangblättern und bringt sie so zum nächsten Markte. Ein gesunderBaum kann wohl 30 Jahre lang Balsam liefern.
Von der Pharmacopoea germanica in folgender Weise beschrieben: „Eineschwarzbraune, in dünnen Schichten mit purpurrothbrauner Farbe durchscheinende,beim Anfühlen fettige, an der Luft nicht trocknende, syrupdicke, sauer reagirendeFlüssigkeit von 1,15 bis 1,16 specifischem Gewicht, angenehmem, vanilleartigemGeruch, etwas bitterem, im Munde anhaltend brennendem Geschmack, in 6Theilen Weingeist fast gänzlich mit unklarer Lösung löslich, mit Wasser destillirtkein ätherisches Oel ausgebend. 1000 Theile des Balsams sollen 75 Theile krystalli-sirten Natrons neutralisiren."
Mit einer grösseren Menge fetter Oele kann er nicht gemischt werden,leicht aber mit ätherischen Oelen. Mit einem gleichen Gewicht concentrirterSchwefelsäure gemischt, muss er sich erhitzen und nach dem Erkalten mit Wasserabgewaschen ganz zu einer festen Masse erhärten, welcher keine fettigen Theile,von beigemischtem Kopaivabalsam oder Ricinusöl herrührend, anhängen dürfen.
Bestandtheile. Perubalsamöl (Cinnamein, zimmtsauren Benzoeäther),Perubalsamharz, Styracin (zimmtsauren Zimmtäther, Metacinnamein),Zimmtsäure, Styrol, Extractivstoffe, Farbstoffe und etwas Wasser.
Präparate. Balsamuni vitae Hoffmanniuni Emplastrum ang-licanum (Pharmaoop. austriaca); die Pharmacopoea germanica hat ausserdemnoch als Präparat den Syrupus Baisami Peruviani (Perubalsamsyrup,Syrupus balsamicus) aufgenommen.
Wirkung und Anwendung. Der Perubalsam wirkt gelind reizend undwird äusserlich in Salben bei chronischen schuppigen Exanthemen, bei Acne,Frostbeulen, torpiden Geschwüren, auch zu Inhalationen bei chronischen Lungen-catarrhen und als Räuchermittel angewendet.
Dosis und Form. Aeusserlich zu Salben auf 15 Gramm Fett 2 bis3£ Gramm Balsam. Bals. vitae Boffm. von 15 bis 30 Tropfen. Wie Syrupus Bals.peruvian. 30 Gramm auf 360 Gramm Syrupus communis und theelöffelweise gereicht.
!) Kam zur Zeit der spanischen Herrha/t über Callao in den Handel, datier Perubalsam. Jetztkommt er von Acajntla nach England.