437 Hauptbeschreibung ersten Theils neundtes Buch. 438
von solchem verbrämen 8cammonio ma-chen, das noch dazu inwendig voll Koh-len, Steine, und anderer unnützen Din>ge steckt, die entweder von ohngefehrdrein gerathen, oder aber von diesen bö-sen Leuten, die es bereiten, mit Willendrunter gemenget, und hernach mit demTeig von gutem Scammonium überzo-gen worden, auf eben die Art, als wieunsere Siegelwachsmacher das schlech-te so genannte Spanische Siegelwachsbekleiden, wovon imCav.vomIndiani«schen Wachs Erwähnung geschehen:wenn sie dieselben hernach beym Ofen,oder an der Sonne trocknen lassen, thunfie dieselbigen in lederne Beutel, sowiewir sie zu sehen bekommen.
Aus dieser Beschreibung ist leicht zuersehen, daß das Scammoluum nichtan der Sonne gemacht worden ist, obes gleich ihrer viele vermeinen; indemwir es mehrmahls gantz verbrannt zuseynvefinden,mich auch ein guterAeundund Wundartzt zu Montpellier/ dersich eine gute Zeitzu Aleppo aufgehal-ten, alles dessen, was ich oben gemel-det, versichert hat, undüberöißannochberichtet, daß die Bauern, die dieseWaare zurichteten, selbige nach Alep-po zu Kauff brachten, eben als wie un-sere Bauern ihre Sachen zu uns brin-gen.K-Kn2'8«ln. Alls dem 8cgmmonio von Aleppowird nach Anleitung des Herrn Qcme-ry, mit Weinspiritus ein Hartz gezogen,welches weit kraftiger ist als das Scam-monium selbst: weil aber dieses HarSso gar theuer ist, dahero wird auch seinwenig verthan, so gar, daß es kaum die
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Rede verlohnet. Hingegen wird dasScammonium desto mehr ver-braucht, und könte mit gutem Fug undRechte ein Pfeiler der Medicin genen-net werden. Weil es auch eines derstärckstcn Puegantzien ist, deshalbenrichten es die meisten unter denVerstän-digen auf allerhand Arten zu, damitihm seine Schadlichkeitbenommenwer-de, und nennen es Hernachmahls am» v>^si«»
ßl^cjjum, auch 8e2mmoniumckaßl-)^juln.
Einige richten es mit Schwefeldampfezu; andere stossen es mit lebendigemSchwefel. Wieder andere lassen es ineiner Ouitte backen. Die beste pr^pa.«tion unter allen ist diese: man löse esMit Weingeist auf, und bereite dasHartz, gleichwie ich allbereit gemeldethabe.
Seit einigen Jahren her pflegtmcmdas gestoffene Scammonium inBranntwein aufzulösen, und zündetes Hernachmahls an; wenn es nun ge-brannt , bis das Feiler von sich selbst er-loschen, last man den liquur, so bald nurdie Flamme ausgangen, durch ein zar-tes Tüchlem lausten, und gießt ihn inein Glas, bedient sich hernach desselben,als einer guten Purgantz, früh Mor-gens , ein oder zwey Löffel voll davongenommen: und dieses heissen wir 87-
rupum äeFc-nnmonio, S gMM0NleN-
syrup.
Aus5cammomQ V0NAlevp0,Oemoetanari, UNd eiMM ä^pkoretico Wird
ein graues Pulver bereitet, und puivlz pnl^Qam».
cie tribu8 oder ^ol-nacw'nuz geNMtlet. ^"'?? ^
Der Herr Kemery hat es weitlausstigbeschrieben, den besiehe.
DasandereLcpitel.
Vom Smirnischm Scammonium.
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Hne das Scammonium von A-leppo und aus Levante verkauf-ftn wir auch noch, ob es gleich gantz un-gereimt ist, ein schwaches, schwer undweiches Scammonium, welches vollSteine, Schneckenschalen und andern
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zu Wider. Solle derohalben gantzlichverworssen werden, zusammt dem grau-en, ziemlich leicht-und zarten ^«mmV.nio, welches sich stracks zerreiben laßt,weil es nichts anders ist, als Hartzpech,
darein man einige heftig operKenoe Din-ge gemenget, damit es seine Farbe ver-andern , und desto besser verkauffet wer-den möge. Diejenigen aber, die der-gleichen schädliche Sachen zurichten,und solche Schelmereyen aussinnen,müssen in Wahrheit ehr-und gewissen-lose Leute seyn, und zwar um zweyer-ley Ursache willen. Erstlich, weil die-ses Mengsel, wie ich nur erst erwiesen,so gar übel beschaffen. Zum andern,weil ein so grosser Unterschied zwischendiesem Hartzpeche, von wachem dasEe » Pfund