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Off. Radix Colombo (oder R. Columbo, Kalumbo) — Praep. Extractum Colombo.—Die Wurzel der oben beschriebenen Pflanze der Quere in Scheiben (von l — 3 Zoll Breite)geschnitten oder die dünneren Theile der Länge nach gespalten als halbrunde etwa 2 Z.lange Stücke, die Aussenseite runzlich-grünlich, gelblich - braun, die Fläche der Scheibenschmutzig-gelb oder gelb-grünlich, uneben, gewöhnlich in der Mitte vertieft, nach dein Mittel-punct strahlig gestreift und zugleich mit einem nach dem Umfange liegenden oder ein Paarconcentrisclien Ringen versehen, zuweilen zwei, selbst drei solcher strahligen Kreise in der-selben Scheibe neben einander. Dickere Stücke zuweilen mit Löchern versehen. Geruchschwach aromatisch dem römischen Kümmel etwas ähnlich; Geschmack anhaltend bitter, et-was schleimig und aromatisch. Diese Wurzel muss wohl verschlossen bewahrt werden, dasie theils an der Luft an Wirksamkeit verliert, theils aber auch dem Angriffe der kleinenPflanzenkäfer sehr ausgesetzt ist; solche angefressene Stücke dürfen nicht benutzt werden.
Chemische Beschaffenheit: Buchner fand in 1000 Theilen lufttrockener Columbowur-zel: 100 — 122 mit gelbem, harzigem Farbestoff verbundenes Columbobitter; 50 mit wenigBitter verbundenen harzartigen Farbestoff; 2 mit Farbestoff verbundenes Wachs; 38 — 47Gummi; 300 — 350 Stärkmehl; 174 Pflanzenmark (pektische Säure); 126 Holzfaser; 98 hy-groscopisches Wasser, und endlich mehrere Kalk- und Kali- und andere Salze. Wiltstockfand in der Columbowurzel eine eigene in kleinen ganz weissen Nadeln krystallisirende Sub-stanz, Columbin oder Columbobitter genannt, welche geruchlos, aber von äusserst bitteremGeschmack ist, und weder in geistiger noch in wässeriger Lösung auf die Pflanzenfarben re-agirt; es ist nach Liebig zusammengesetzt aus 66,.ih Kohlenstoff, 0,17 Wasserstoff und 27,47Sauerstoff und wahrscheinlich ein sehr wirksamer Stoff, da einige Gran von einem Extract,welches diesen Stoff enthielt, bei zwei Kaninchen in Wunden gebracht, den Tod ohne Con-vulsionen und ohne auffallende Zeichen von Schmerz in 10 Stunden bewirkten.
Verwechselungen: Stoltze machte auf eine unächte Columbowurzel aufmerksam, welcheaus Amerika kommen sollte, aber aus Nordafrika kommt, deren Mutterpflanze aber unbekanntist, sie wurde besonders nach Frankreich eingeführt und ist von Guibourt untersucht; sie un-terscheidet sich äusseriieh durch das häufigere Vorkommen längs-gespaltener Stücke, durchhellgelbere Farbe und das Fehlen der dunklen Ringe, so dass sie immer nur aus zwei Lagenbesteht, ferner durch die gänzliche Abwesenheit des Stärkemehls; sie färbt den Aether schöngelb, welchen die ächte nicht färbt, ihr Aufguss röthet das Lakmuspapier, und Aetzkali ent-wickelt daraus Ammoniak, was bei der ächten ebenfalls nicht statt findet. Ausserdem hatman die Bryonia-Wurzeln gefärbt, .oder Radiv Costi und Rad. Saponariae levanticae mit ei-nem Enzianaufguss getränkt und für Columbowurzeln verkauft, solcher Betrug ist aber leichtzu erkennen.
Nutzen: Man wendet die Coiumbo- oder Ruhr-Wurzel theils in Pulverform, theilsim Decoct, im Extract oder in wässerigen und geistigen Aufgüssen an, als ein die Thätigkeitder Unterleibsorgane besonders des Darmkanals und der Leber stärkendes und förderndesMittel, bei allen abnormen Darmabsonderungen und Schwäche aus des Darms entstehendenUebeln, bei Magenkrämpfen, nach Gelbsuchten u. s. w. Je nach der verschiedenen Form, inwelcher man dies Mittel anwendet, erhält man den bedeutenden Amylum- und Schleimgehaltals mildernden Zusatz, oder gebraucht nur die kräftigen und wirksamen Bestandteile.
Erklärung der Kupfcrtafcln 227 und 22S. Taf. 227. Ein Stück des blühenden Stengels der männlichenPflanze in not. Gr , a) eine männliche Blume, b) ein Slaubgcfäss mit dem Kroncnblatt. c) Blu-menstaub, d) ein Drüsenhaar, e) eine ganze weibliche Blume, i) die Pistille aus derselben, alles