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2 (1833)
Entstehung
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113
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weichhaarig. Blätter wechselständig, kaum gestielt, fein und weich weissbehaart, länglichim Umriss, einen halben Finger etwa lang; doppelt gefiedert; Fiedern grössere mit kleinerengemischt, erstcre wieder gefiedert; die Fiederchcn schmal lanzettlicb, spitz, ganz oder§—3spaltig. Blumenköpfchen einzeln, endständig, auf verlängerten, unbeblätterten nachoben etwas verdickten Blüthenstielen, mit gelber Scheibe und weissem Rande. Hüll-blättcben länglich-eiförmig, am Rande trocken, häutig, durchscheinend, sehr fein wimperig-gesägt. Randblumen 12—18, weiblich, gezüngelt; Züngelchen länglich-Ianzcttlich, ander Spitze stumpf-dreizähnig, der mittlere Zahn länger. Scheibenblumen zwitterlich, rüh-rig-trieb trig, mit 5spaltigem, aufrechtem Rande. Griffel mit 2 stumpfen, zurückgekrümmtenNarben. Frucht umgekehrt-eyförmig, auf einer Seite 3-rippig, auf der andern rippenlos,ohne Samenkrone (mit Samenkrone Tenore). Blüthenboden kegelförmig, markig, dicht be-setzt mit den auf der Mitte'.rippe zusammengelegten (daher nachenförmigen), am Rande feinund doppelt gesägten, aussen nach der Spitze hin behaarten Spreublältchen.

Off. Flores Chamomillae Romanae s. nobilis s. Chamaemeli nobilis. — Die einfachenoder gefüllten Blumenköpfchen der römischen Chamille sind von durchdringendem, angeneh-mem, gewürzhaftem Geruch und sehr bitterm, gewürzhaftem Geschmack. Immer sind zumArzeneigebrauch die einfachen Blumen vorzuziehen.

F'ertvechslungen: In der Pharmacopoe wird vor der Verwechslung mit Achillea Plar-mioa gewarnt, aber bei dieser sind die Randblumen kurz und breit-gezüngelt, auch ist derGeruch sehr verschieden, eher Hesse sich eine Verwechslung mit Anthemis Cotula, die aberunangenehm riecht, feine dreizähnige Randblumen und pfriemliche Spreublätter hat, oder mitAnth. arvensis denken, deren Spreublältchen auch nachenförmig sind, gegen die Basis abersich sehr verschmälern, deren Früchte gefurcht und mit einem stumpf-gezähnten häutigenRande versehen sind. Matricaria Chamomilla unterscheidet sich durch hohlen Blüthenbodenund Mangel der Spreublättchen.

Chemische Beschaffenheit: Durch 9malige auf einander folgende Destillation erhieltHayne aus 108 Pfund Blumen 10 Unz., 5. Dr., 55 Gr. eines blass bräunlich-gelben, etwasins Grüne spielenden, ätherischen Oeles. Nach der von Wyss angestellten Untersuchung ent-halten 100 Theile üoekner Blüthen der röm. Chamille 62,000 Faserstoff mit Verlust; 7,750durch Salzsäure ausgezogenen Extractivstoff mit phosphorsaurem Kalk; 5,500 durch Wasserausgezogenen, durch Bleizucker fällbaren Extractivsloff; 5,250 Harz; 4,000 durch Aether aus-gezogenen Bitterstoff mit Spuren von apfelsaurem Kalk; 3,625 Fett mit Chlorophyll, Spurenvon Gerbstoff und ätherischem Oel; 3,P25 durch Alcohol ausgezogenen Extractivstoff mit Spu-ren von apfelsaurem Kalk und Schleimzucker; (3,125 Verlust von Wasser); 1,875 schwefel-saures und weinsaures Kali, Chlorkalium und apfelsauren Kalk; 1,500 Wachs; 1500 Eyweiss;0,750 Gummi. Diese Blüthen haben also gegen die der ächten Chamille und des Mutter-krauts, welche Herberger vergleichend untersuchte, ein Uebergewicht an Eyweiss, Fett undBillersloff, einen geringern Gehalt dagegen an ätherischem Oel, Harz und Gummi. Das äthe-rische Oel aus den frischen römischen Chamillen ist von grünlich-weisser Farbe.

Nutzen: Die römischen Chamillen wirken ähnlich den gewöhnlichen, aber wenigerberuhigend, mehr reizend und erhitzend, sie werden in ähnlichen Fällen wie jene gebraucht.

Erklärung der Kupfertafel 192. Eine blühende Pßanr.e in nat. Gr.. a) eine fiandblwne, b) eineSchcibcnblume, c) die Staubgefässröhre mit dem Griffel, d) der Stempel, alles vergrössert.

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Gnimpel's Abbild. II. Bd.

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