$
HO
abgebissen, geringelt, fast knorrig, mit starken Fasern besetzt, später kurze, wagerechteSprossen treibend, aussen braun, innen weiss. Stengel einzeln oder mehrere, 1| — 3 F.hoch, stielrund, gestreift, kahl, unter den Dolden flaumhaarig, nach oben ästig. Blätterkahl oder unterwärts flaumhaarig, am Rande zuweilen schärflich, die wurzelständigen sehrlang gestielt, einmal oder doppclt-dreizäblig, die stengelständigen wechselnd kürzer gestielt,dieobersten zuweilen gegenüberstehend; Blättchen breit, 2— 3 Z. lang, ungleich und dop-pelt gesägt, das unpaare dreispaltig mit keilförmiger Basis, oft mit den seitenständigen, halb-eyrunden, 2-spaltigen zusammenfliessend. Blattstiele halbrund, gerinnt, röhrig, unten ineine aufgeblasene Scheide erweitert, welche bei den obern Blättern allein übrig ist und denStengel umfasst. Dolde gross, flach, bis 50-strahlig. Hülle fehlend oder aus einem linien-förmigen abfallenden Blatte bestehend: Hüllchen aus 1 — 2, seltner aus 3 — 8 sehr schma-len, linienförmigen Blättchen von der Länge der Döldchen. Blumenstiele sehr fein, viellänger als die Frucht. Blumen weiss oder röthlich, gleichförmig, alle fruchtbar. Frachtstrohgelb, auf dem Rücken braun, 2 — 2| Lin. lang, rundlich, flach, an beiden Enden ausge-randet, mit 3 kielförmigen Rückenriefen und sehr breitem Rande, in jedem Thälchen ein,auf der Berührungsfläche zwei Striemen von dunkelbrauner Färbung.
Off. Radix Imperatoriae. — Die Wurzel im Spätherbst oder Frühjahr zu sammeln, wosie einen Milchsaft enthält, der an der Luft gelblich wird, ist länglich, fast knorrig-gerin-gelt, zusammengedrückt, aussen gelblich -schwärzlich, innen weisslich, die Oelbehälter unterder Epidermis sichtbar, von. starkem Geruch und scharf - aromatischem Geschmack.
Chemische Bcschaffenlieit: Eine vollständige chemische Untersuchung dieser Wurzelist nicht bekannt, sie schliesst sich in ihren Wirkungen an ihre Familienverwandten undzunächst an die Angelica-Wurzel an. Nach Osan's versuchen lässt sich durch Schwefel-äther ein eigenthümlicher, theils dem Piperin, theils den Kampferarten verwandter, krystal-linischer Stoff ausziehen, welchen Prof. Wackenroder Imperatorin nennt, er krystallisirt infarblosen, glasglänzenden, durchsichtigen, geschobenen, 4-seitigen Säulen von äusserst bren-nendem, scharfem, Pfeffer-ähnlichem Geschmack, ist rein in der Kälte geruchlos, schmilzt bei75° C. und verbreitet bei stärkerer Hitze weisse, scharfe, zum Husten und Niesen reizendeDämpfe, in verschlossenen Gefässen erhitzt, wird er nicht verflüchtigt und nur langsam zer-setzt. Vom Wasser wird er nicht aufgelöst, aber 100 Th. Alcohol von 80f lösen bei einerTemperatur von 15° C. 7,11 Theile davon auf. Schwefeläther, Terpentinöl und Olivenöllösen es leicht auf, ätzender Ammoniak greift es nur wenig an, aber von Jieisser Aetzkali-lauge wird es vollständig aufgelöst und aus der Auflösung durch Säure fast unverändert wie-der niedergeschlagen.
Nutzen: Früher wurde die Meisterwurz mehr als Arzneimittel benutzt, denn in neue-rer Zeit. Sie wirkt als ein ätherisch-scharfes Mittel erregend auf Magen, Darmkanal, er-hitzend und schweisstreibend; auch äusserlich ist sie bei bösartigen Geschwüren angewen-det worden.
Erklärung der Kupfertafel 190. Die TVurzel und die Spitze der blühenden Pflanze in nat. Gr.,a) eine ganze Blume, b) das Pistill, beides ver%r., c) die Frucht in nat. Gr., d) dieselbe vergr.und e) ebenso quer durchschnitten.