Druckschrift 
2 (1833)
Entstehung
Seite
110
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abgebissen, geringelt, fast knorrig, mit starken Fasern besetzt, später kurze, wagerechteSprossen treibend, aussen braun, innen weiss. Stengel einzeln oder mehrere, 1| 3 F.hoch, stielrund, gestreift, kahl, unter den Dolden flaumhaarig, nach oben ästig. Blätterkahl oder unterwärts flaumhaarig, am Rande zuweilen schärflich, die wurzelständigen sehrlang gestielt, einmal oder doppclt-dreizäblig, die stengelständigen wechselnd kürzer gestielt,dieobersten zuweilen gegenüberstehend; Blättchen breit, 2 3 Z. lang, ungleich und dop-pelt gesägt, das unpaare dreispaltig mit keilförmiger Basis, oft mit den seitenständigen, halb-eyrunden, 2-spaltigen zusammenfliessend. Blattstiele halbrund, gerinnt, röhrig, unten ineine aufgeblasene Scheide erweitert, welche bei den obern Blättern allein übrig ist und denStengel umfasst. Dolde gross, flach, bis 50-strahlig. Hülle fehlend oder aus einem linien-förmigen abfallenden Blatte bestehend: Hüllchen aus 1 2, seltner aus 3 8 sehr schma-len, linienförmigen Blättchen von der Länge der Döldchen. Blumenstiele sehr fein, viellänger als die Frucht. Blumen weiss oder röthlich, gleichförmig, alle fruchtbar. Frachtstrohgelb, auf dem Rücken braun, 2 2| Lin. lang, rundlich, flach, an beiden Enden ausge-randet, mit 3 kielförmigen Rückenriefen und sehr breitem Rande, in jedem Thälchen ein,auf der Berührungsfläche zwei Striemen von dunkelbrauner Färbung.

Off. Radix Imperatoriae. Die Wurzel im Spätherbst oder Frühjahr zu sammeln, wosie einen Milchsaft enthält, der an der Luft gelblich wird, ist länglich, fast knorrig-gerin-gelt, zusammengedrückt, aussen gelblich -schwärzlich, innen weisslich, die Oelbehälter unterder Epidermis sichtbar, von. starkem Geruch und scharf - aromatischem Geschmack.

Chemische Bcschaffenlieit: Eine vollständige chemische Untersuchung dieser Wurzelist nicht bekannt, sie schliesst sich in ihren Wirkungen an ihre Familienverwandten undzunächst an die Angelica-Wurzel an. Nach Osan's versuchen lässt sich durch Schwefel-äther ein eigenthümlicher, theils dem Piperin, theils den Kampferarten verwandter, krystal-linischer Stoff ausziehen, welchen Prof. Wackenroder Imperatorin nennt, er krystallisirt infarblosen, glasglänzenden, durchsichtigen, geschobenen, 4-seitigen Säulen von äusserst bren-nendem, scharfem, Pfeffer-ähnlichem Geschmack, ist rein in der Kälte geruchlos, schmilzt bei75° C. und verbreitet bei stärkerer Hitze weisse, scharfe, zum Husten und Niesen reizendeDämpfe, in verschlossenen Gefässen erhitzt, wird er nicht verflüchtigt und nur langsam zer-setzt. Vom Wasser wird er nicht aufgelöst, aber 100 Th. Alcohol von 80f lösen bei einerTemperatur von 15° C. 7,11 Theile davon auf. Schwefeläther, Terpentinöl und Olivenöllösen es leicht auf, ätzender Ammoniak greift es nur wenig an, aber von Jieisser Aetzkali-lauge wird es vollständig aufgelöst und aus der Auflösung durch Säure fast unverändert wie-der niedergeschlagen.

Nutzen: Früher wurde die Meisterwurz mehr als Arzneimittel benutzt, denn in neue-rer Zeit. Sie wirkt als ein ätherisch-scharfes Mittel erregend auf Magen, Darmkanal, er-hitzend und schweisstreibend; auch äusserlich ist sie bei bösartigen Geschwüren angewen-det worden.

Erklärung der Kupfertafel 190. Die TVurzel und die Spitze der blühenden Pflanze in nat. Gr.,a) eine ganze Blume, b) das Pistill, beides ver%r., c) die Frucht in nat. Gr., d) dieselbe vergr.und e) ebenso quer durchschnitten.