79
eine geschmacklose vegetabilische Materie; vielerlei Kali- und Kalksalze, auch Spuren vonSchwefel. Der eigentlich wirksame Bestandtheil des Hopfens ist aber der gelbe Staub, vonSt. Yves Lupulin genannt, er lä'sst sich, obwohl nicht vollständig, mechanisch durch Schüt-teln und Sieben trennen und beträgt bald nur -^ bald fast \ des ganzen Zapfen, er bestehtaus sehr kleinen gelben Kiigelchen, welche in Wasser anschwellen, und gedrückt eine schönecurcumaefarbige Materie ausspritzen; sie enthalten nach den oben genannten Chemikern in100 Theilen: 1 Tb. «etherischen Oels: Spuren fetter Materie; 50 — 55 Harz; 10,0 —12,5 Bit-terstoff (welcher von den Franzosen jetzt auch Lupulin genannt wird); Gummi; Spuren vonOsmazom; Holzfaser; Kohlensäure; Apfelsäure; mehrere Salze; Eisenoxyd; Spuren von Schwe-fel; Wasser. Nach St. Yves enthält das Lupulin: ein riechendes Princip; 10 Wachs; 30Harz; 4,2 Gerbstoff mit Gallussäure; 9,1 Bitterstoff; 8,3 evtractive Materie und 38,4 Holzfaser.
Nutzen: Sehr bekannt ist die Anwendung der Hopfen - Zapfen zum Bierbrauen,weniger allgemein das Verspeisen der jung hervorbrechenden Stengel-Sprossen im Frühjahrgleich dem Spargel. In der Medicin werden die Fruchtzapfen als ein gelind tonisches underregendes, zugleich diuretisches und die Verdauungskraft reizendes Mittel bei verschiedenenUebehi, besonders des Unterleibs, aber auch bei impetiginösen Hautkrankheiten gebraucht;/i'iisserlieh aber zu Bähungen und Umschlägen benutzt. Die Früchte sollen narcotisch wir-ken und die Wurzeln statt der Sarsaparille gebraucht werden können.
Erklärung der Kupfertafcl 167. Der obere TJieil der blähenden weiblichen Pflanze und die Bispe ei-ner männlichen in nat. Gr., a) eine männliche Blume, b) die hinter 2 vereinigten Bracleen ste-henden weiblichen Blumen, c) eine derselben besonders, alles vegr., d) ein Frucht zapfen unde) die Frucht von der innern Blumenhülle umgeben in nat. Gr., f) dieselbe vergr., g) das Achac-nium vergr. und b) ebenso, aber durchschnitten.
Acorus Calamus.
Syst. sex. Hexandria Monogynia. — Syst. nat. Aroideae Juss., Junceae Subordo 3 Acorinae Lk.
Chor, sen.: Blumen zwitterlich, dicht gedrängt, auf einem fast kegelförmigen Kol-ben ohne Hülle; Blumenhülle einfach, unterständig, btlieilig; Staubgefässe 6, den Hüll-theilen gegenüber; Griffel fehlend; INarbe beckig; Beere oberständig, 3fächrig, vielsaamig;Saamenträger 3, dem innern Winkel eines jeden Fachs der Länge nach angeheftet.
Cliar. speciei: Spitze des Blumenstiels blattartig schwerdtig, viclmal den Kolben anLänge übertreffend.
Synonyme: Acorus Calamus Linne und aller Autoren. — Deutsche: Kalmus, Ak-kcrwurzel, Ackermann, Zchrwurzel, Magenwurz.
Vaterland: An feuchten selbst nassen Orten an den Rändern der Sümpfe, Seen,Flüsse und Gräben durch einen grossen Theil des östlichen und mittleren Europa. Blühtum das Sommersolstitium.
Beschreibung: Wurzelstock wagerecht, cylindriscb, km*z-gegliedert und geringelt,einfach, oder etwas ästig, an den Gliedern mit braunen kurzen Fasern (Ueberbleibseln derBlattnerven) besetzt, unten viele starke und ziemlich lange cylindrische zottige Wurzeln aus-schickend, an dem einen Ende fortvvachsend, Blätter und Blüthenstiele tragend, aussen vonmehr grüner oder röthlicher Farbe, innen weiss und schwammig; Blätter so lang als derBlüthenstiel oder auch etwas kürzer, wurzelständig, steif, aufrecht, schwerdtförmig, mit der