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Erklii6
tliirnng der Kupfertafel 111. Der gröfste Theil einer blühenden Pßanze in nat. Gr. a) ein Decl-latt, b) der Kelch, c) die Fahne, d) ein Flügel, e) der Nachen mit den Geschlechts/heilen; f) dieGeschlechtslheile allein ; g) der Siengel; alles etwas vergr.; h) die Hülse; i) der queer durchschnit-tene; k) der längs durchschnittene Samen, alles in nat. Gr.; 1) der Keim vergr.
Ricinus communis.
Syst. sex. Monoecia Monadelpliia — Sjst. nat. Eupliorbiaceac Juss.
Char. gen: Blumen: einhäusig; Kelch: 3—jtheilig mit klappiger Knospenlage;Blumenblätter: fehlend; Staubfäden: sehr viele, vielfach verästelt; Staubbeutelfä-cher: getrennt, je eins an der Spitze eines Staubladenastes; Griffel: kurz; Narben:3, tief zweitheilig, lang, federartig, gefärbt; Fruchtknoten: kugelig, 3fächrig, die Fächereineyig; Frucht: eine dreitheilige Sprengkapsel.
Char. speciei: Blätter: schildförmig angeheftet, handförmig, gesägt; Trauben:zusammengesetzt, unten männlich, oben -weiblich.
Abänderungen: Diese Culturpflanze ändert sehr in Rücksicht auf Färbung undBekleidung der einzelnen Theile ab, die Stengel und Blätter sind bald grün, bald mehroder ganz rothbraun, nackt oder bereift, die Fruchttheile zeigen sich kürzer oder längerals die Kapsel, die Kapseln mit und ohne Stacheln und die Samen obgleich immer mar-morirt doch von verschiedener Jntensität der Faxhe.
Synonyme: Ricinus communis L. u. der meisten Autoren, Ric. viridis, africanuslividus et inermis Willd., Ric. macrophyllus et leucocarpus Hort. Berol.; R. armatus Andr.;R. undulatus Bess. etc. — Deutsche: gemeiner Wunderbaum.
Vater-land: Nicht genau bekannt, kommt um das mittelländische Meer verwildertvor und wird in beiden Indien so wie in Afrika meist kultivirt gefunden. Blüht im Som-mer und in trockner Jahreszeit.
Beschreibung: Einjährige krautartige, oder mehrere Jahre mit verholzendemStengel ausdauernde, baumartige, ganz kahle Pflanze; Stengel: rund, innen rbhvig, ästig,bei der krautartigen Pfl. 4 —10 F. hoch, bei der baumartigen bis zu 30—40 F. sich erhe-bend; Blätter: wechselständig, lang gestielt, grofs, schildförmig angeheftet, 7 — lOlappigund nervig, die Nerven unten vorspringend, |—3 F. im Durchmesser, die Lappen läng-lich, zugespitzt, gerippt-aderig, mit einwärts gebogenen drüsenspitzigen, unregelmäßigen Säg-zähnen; Blattstiele: rund, nach unten schwach gerinnt, unter dem Eintritt in das Blattmit einer grofsen schüsseiförmigen Drüse, zuweilen auch noch unter der Mitte und ander Basis mit einer oder der andern versehn. Nebenblätter unzeln, dem Blatte gegen-über, breit-eiförmig, ganz, bald abfallend; Blumen: in endständiger gestielter zusammenge-setzter Traube (welche durch Entwickelung des Astes aus der Achsel des- letzten Blattesscheinbar blattgegenständig wird), die untern länger gestielt, männlich, die obern kurz ge-stielt, weiblich, jede von einem abfallenden Deckblättchen unterstützt; Kelchblätter:concav, eiförmig, spitz; Staubbeutel: gelb; Narben: roth; Frucht: fast kugelig, tief,dreifurchig; Saamen: heller- oder dunkler, grau, mit hellem- oder dunkler braunen Strichenund Flecken marmorirt, sehr glatt, mattglänzend, elliptisch, zusammengedrückt, schwach-dreikantig, die Rückenfläche convex, am größten, die beiden innern Flächen schmaler,