Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
165
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

165

purpurn durch stärkere Färbung des Adernetzes, seltner ist sie viel klei-ner und hat nur 5 Staubgefässe.

Synonyme: Oxalis Acetosella L. u. aller Autoren. Deutsche:Sauerklee, Busch-, Harz-, Guckucksklee u. Ampfer u. s. w.

Vaterland: In schattigen und etwas feuchten Laubholzwäldern undGebüschen, gewöhnlich weithin an der Erde verbreitet, durch ganz Mit-teleuropa, von Russland bis Portugal, auch in England und Schweden.Blüht im Frühjahr, April, Mai.

Beschreibung: Wurzel: fadig, lang-hinkriechend, gegliedert, durchfleischige, eirunde, mehr oder weniger rothe Schuppen an den Gelenken,wie gezähnt; Biätter: zu 510 an den Spitzen der Wurzel, aus denAchsel« der Schuppen, iingerslang; Blattstiele: fadig, rund, mit wenigenfeinen Haaren besetzt; ßlättchen: fast sitzend, 46 Lni. lang, obenbreiter, mit feinen weissen, fast striegelig angedrückten Haaren, auf bei-den Seiten und am Rande mehr oder weniger besetzt, auf der unternSeite oft purpurn-weinroth gefärbt; Blumenstiel: aufrecht, rund, etwasbehaart; Kelchblätter: etwa 2£ Lin. lang, lanzettlich-elliptisch, amRande durchscheinend und gewimpert; Blumenkrone: etwa 3mal län-ger als der Kelch, zart, weiss mit roth gefärbten Adern, am Nagel gelb;Staubfäden; fadenförmig, kahl, Narben: stumpf; Kapsel: eiförmig,fünfseitig, fünfschnabelig; Saamen: eiförmig, etwas zusammengedrückt,längsrippig, rothbraun, Sa am endecke: weiss

Off.: Sal Acetosellae, s. Oxalium. Das Sauerkleesalz wird ineinigen Gegenden im Grossen aus den Blättern des Sauerklee's bereitet,es besteht aus weissen irystallinischen Körnern, ist schwer im Wasser,im Alcohol gar nicht löslich.

Chemische Beschaffenheit: In 10 Pfund des frischen Krauts sindnach Hagen 67 Drachmen Sauerkleesalz enthalten, welches aus Kaliund vorwaltender Sauerkleesäure besteht. Weiteres ist über die Bestand-theile der Pflanze nicht bekannt.

Nutzen: Man benutzt die frischen Blätter in Verbindung mit an-dern Gewächsen zu Kräutersäften bei Frühlingskuren. Das Sauerkleesalzdient zu kühlenden Getränken, so wie zum Ausmachen von Dinten-flecken. Die aus ihm bereitete Oxal- oder Kleesäure zeigt sich nebstden von ihr gebildeten Salzen als ein Gift für den thierischen Organis-mus, daher auch das Sauerkleesalz nur mit Vorsicht benutzt werden darf.Brechmittel, Milch, Magnesia und Opium sind die besten Gegenmitte].Erklärung der Kupfertafel 86. Eine blühende Pflanze in nat. Gr., a) die Blumen-

kröne, und b) die Geschlechtsiheile; vergr., c) die Kapsel in nat. Gr., d) dieselbe

queer durchschnitten, e) dieselbe reif mit den herausspringenden Saamen, f) die"

selbe vor der Reife längs geöffnet, alles vergr., g) der Saamen mit der Saameuderle

in uai. Gr. u. pergr., h) derselbe frei, und i) ebenso, aber längs aufgeschnitten.

-------- ................ 21