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Kelchröre: roth, cylindrisch, mit dem Fruchtknoten verwachsen, oben invier dreieckige Zipfel ausgehend; Kronenblätter: weiss, rundlich, con-cav, hinfällig-, Staubgefässe länger als der Kelchsaum, fadig, weiss, mit gel-ben eiförmigen Staubbeuteln; Griffel: pfriemlich; Frucht: eine blauelängliche, etwa 1 Z. lange Beere.
OJf.: Caryophylli. — Oleum Caryophylli. — Sowohl die Gewürz-nelken als das daraus gewonnene Oel kommen aus Indien zu uns, die er-sten sind die Blüthenknospen des eben beschriebenen Baumes, welche,nachdem sie einige Tage dem Rauche ausgesetzt worden, an der Sonnegetrocknet sind; blasser und weniger gut sind diejenigen, welche zuerstin heissen Wasser abgebrüht worden.
Chemische Beschaffenheit: Tromsdorf fand in den Gewürznel-ken: 18 Th. flüchtiges Oel, 13 Gerbstoff eigener Art; 4 schwer löslichenExtractivstoff mit etwas Gerbstoff; 13 Gummi, 6 geschmackloses Harz,28 Holzfaser, 18 Wasser. Baget und Lodibert fanden auf den mit Alco-liol behandelten ostindischen Nelken einen weissen in kleine kugelichgruppirte Krystalle ausgeschiedenen geschmack- und geruchlosen Stoff,der nur in kochendem Alcohol und Aether auflöslich ist, den Bonastreauch bei den Nelken von Isle Bourbon, aber nicht bei denen von Cajennefand, Caryophyllin nannte Und zu seinen Sous-resines zählte. Berzeliushält dies für dasselbe Stearopten, welches sich von selbst aus dem Oelabscheidet. Nach Ostermeyer liefern die Nelken bei 10-maliger Coho-bation gegen 21 i pC. flüchtiges Oel, und lassen erwärmt ausgepresst einebräunlich-grüne dickliche Substanz ausfliessen, eine Verbindung von aeth.Oel und Wachs. Das flüchtige Oel gehört zu den sauerstoffhaltigen, istfarblos oder gelblich, von brennendem Geschmack und Geruch nach Ge-würznelken, wird mit der Zeit braun, kommt aber auch braun und ver-fälscht durch die Tinctur der Gewürznelken im Handel vor.
Nutzen: Die Gewürznelken sind ein beliebtes und vielfach ange-wendetes Gewürz der Haushaltung. In der Medicin dienen sie als einerhitzendes, aufregendes und belebendes Mittel, sowohl innerlich als äusser-lich, bei Lähmungen oder Schwäche einzelner Organe.
Erklärung der Kupfertafel 72- Ein Mühender Zweig in nat. Gr., a—f) die ver~
schiedenen Theile der Blume vergr., g) ein Fruchtzweig in nat. Gr., h— k) die
Beere verschieden geöffnet und der Embryo kaum vergr.