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Beschreibung: Strauch oder Heiner Baum, von 10—25 Fuss Höhe,mit dunkler etwas rissiger Rinde, welche an den Jüngern Zweigen braun-grünlich und glatt ist; Blätter: wechselnd, kurz gestielt, lederartig, im-mergrün, länglich elliptisch, zuweilen nach oben hin etwas breiter wer-dend, kurz zugespitzt, am Grunde stumpf, am Rande schwach umgebo-gen und entfernt- etwas bogig- flach-sägezähnig, die Sägezähne mit einerdrüsigen Spitze, auf der obern Seite dunkelgrün, glänzend, auf der un-tern blasser, matter, mit vortretenden Nerven, und nach dem Grunde hinmit 2 oder mehr eingesenkten Drüsen; Blumentrauben: achselständig,gestielt, kürzer oder so lang als die Blätter, vielblumig, nackt; Blumen:klein, mit Blausäure-Geruch; besondere Blumenstielchen: sehr kurz;Kelch: glockig, kahl, mit stumpfen, ganzrandigen Zipfeln: Blumenblät-ter: weiss, kurz genagelt, verkehrt eiförmig, ganzrandig, etwas concav;Staubfäden: ungleich lang, die grössten so lang als die Krone, fadig,kahl; Griffel: facOg, kahl, mit kopfförmiger Narbe; Frucht: rundlich-herzförmig, mit schwacher Längsfurche, rothschwarz; Stein: eiförmig, zu-gespitzt, etwas zusammengedrückt, glatt, mit wenig vortretenden Näthen;Sa amen: von ähnlicher Gestalt, bräunlich.
Off.: Folia Laurocerasi. — Praep.: Aqua Laurocerasi — DieBlätter sind im Juni und Juli zu sammeln, und frisch zu verwenden, zei-gen nicht zerrieben keinen Geruch, aber gekaut den Geschmack der bit-tern Mandeln oder der Blausäure in starkem Grade. Durch Destillationder frischen Blätter wird das Kirschlorbeerwasser gewonnen.
Chemische BesohaJJ'enhcit: Der wirksame und in der ganzenPflanze in Menge verbreitete Stoff ist die an ein besonderes flüchtigesOel gebundene Blausäure welches dadurch sehr giftig ist, nach Robiquetaus 2 verschiedenen Oelen besteht, von denen das eine flüchtiger mit derBlausäure verbunden und giftig ist; das andere aber weniger llüchtig,nicht giftig, Sauerstoff absorbirt und sich in Benzoesäure verwandelt. Einegenaue Untersuchung der Blätter fehlt noch.
Nutzen: Man hat sich wohl der Kirschlorbeerblätter bedient, umder Milch oder andern Getränken und Speisen den Geschmack von bit-tern Mandeln mitzutheilen, aber es ist dies zu gefährlich, da die Mengeder Blausäure leicht zu gross werden kann. In der Medicin findet dasKirschlorbeerwasser Anwendung, wogegen Viele als ein unsicheres Mittelihre Stimmen erhoben haben, während Andere es vertheidigten; manbraucht es in vielen Nervenkrankheiten, bei Stockungen in den Unter-leibsorganen, bei scirrhösen Geschwülsten, bei Herzkrankheiten und über-haupt bei erhöhter Reizbarkeit des Gefässsystems. Bei Vergiftungen durchunvorsichtigen Gebrauch dieses Mittels dienen Ammoniak, Brechweinsteinund Kali carbonicum als Gegenmittel.