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Vaterland: Auf grasigen Stellen in lichten Laub- und Nadelholz-wäldern und an deren Rändern, auch auf Bergen und Voralpen: inDeutschland, Frankreich, England, Spanien, der Schweiz, Oberitalien,Russland und Schweden. Blüht fast den ganzen Sommer.
Beschreibung: Wurzel: vielfaserig; die ganze Pflanze mit kurzensteifüchen, abstehenden Haaren, mit Ausnahme der Blumenkrone, mehroder weniger bedeckt; Stengel: rund, wenig ästig, niederliegend, häu-fig wurzelnd an den Knoten, mit den Spitzen aufsteigend: Blätter: gegen-über, kurz gestielt, mehr verkehrt-eirund, stumpf, oder mehr lanzettlich,elliptisch spitz, immer in den Blattstiel keilförmig verlaufend, an der Ba-sis ganzrandig, nach obenhin stärker oder schwächer gesägt oder gekerbt;Blüthentrauben: abwechselnd, oder gegenüber in der Mitte des Sten-gels aus den Blattachseln,-seltner indem der Stamm nicht fortgebildet istscheinbar endständig, viel länger als die Blätter, dicht oder lockerblüthig;Blumen: sehr kurz gestielt; Deckblättchen: lanzettlich, nach untenschmaler, länger als die Blumenstiele; Kelchzipfel: 4, ungleich, eiförmig-lanzettlich, spitzlich; Blumenkrone: grösser als der Kelch, blassblau, mitdunkleren Streifen; Kapsel: fast doppelt so gross als der Kelch, zusam-mengedrückt, behaart, schwach ausgerandet, der Scheidewand entgegen-gesetzt aufspringend, mehrsaarnig; Saamen: eiförmig, gelb eh.
Off.: Herba Veronicae. — Die beblätterten Zweige müssen imFrühjahr gesammelt und schnell getrocknet werden, ih Geschmack istbitterlich und zusammenziehend.
Verwechslungen: Die auf ähnliche Art wachsenden einheimischenEhrenpreisarten, nämlich V. Chamaedrys und V. prostrata, unterscheidensich, erstere, durch zweireihig-behaarte Stengel, und unten breitere fastherzförmige Blätter, und dunklere, grössere Blumen, und eine Kapsel diekleiner als der Kelch ist; die letztere dagegen durch angedrückte Behaa-rung, schmale, längliche, fast oder ganz sitzende, stengelumfassende Blät-ter, und ötheiligen Kelch.
Chemische Beschaffenheit: Eine chemische Analyse dieser Pflanzefehlt zur Zeit noch.
Nutzen: Diese Pflanze stand sonst als ein treffliches Heilmittel inlangwierigen Lungenkrankheiten, Husten, Engbrüstigkeit, u. s. w. beiGelbsucht, Steinbeschwerden u. a. in grossem Ansehen, und wird noch vomgemeinen Mann als Hausmittel benutzt; man wendet das Kraut im Thee-aufguss ietzt als massig incitirendes und stärkendes Mittel bei chronischenLungenkrankheiten an.
Erklärung der Kupfertafel 59. Ein Theil der Mühenden Pflanze in nat. Gr., a)eine Blume ebenso, b) der Kelch, c) die Bhuneitkrone aufgeschlitzt mit denStaubgefassen und d) der Stempel vergr., e) die Kapsel mit dem Kelch in nat.
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