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1 (1830)
Entstehung
Seite
97
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Chemische Beschaffenheit: Pelletier fand in der braunen Ipecacu-anha-Wurzel und zwar in lOOTheilen:

der Rindensubstanz

Fetten Stoff............ 2

Emetin............... 16

Wachs........... * . . . 6

Gummi............... 10

Stärkemehl.............42

Holzfaser..............20

Gallussäure, eine Spur,

Verlust............... 4

100

der Holzsubstanz

Emetin............. 1,25

Extract. Stoff, nicht emetisch 2/45

Gummi............. 5

Stärkemehl...........20

Holzfaser............66/60

Gallussäure und

Fette Substanz, Spuren,

Verlust.............. 4/80

100

In der röthlich-grauen Wurzel fand derselbe: Talg und flüchtiges Oel 2,Emetin 14, Gummi 16, Stärkemehl 18, Holzfaser 48 u. s. w. Die eigen-thümliche Wirkung der Ipecacuanha beruht auf dem Emetin, welches anGallussäure gebunden, in verschiedener Menge darin vorkommt, 16 8p. G. Zum medicinischen Gebrauch ist das Ausziehn eines unreinenEmetins genügend, welches bräunlich-roth, fast ohne Geruch, von bit-term, etwas herbem Geschmack, nicht kristallisirbar, in Wasser und Al-cohol, aber nicht in Aether auflöslich, und sehr schwer schmelzbar ist.Das reine Emetin ist gelblich-weiss, pulverig, schon bei 50° G. schmelz-bar, weniger im kalten, mehr im warmen Wasser auflöslich, sehr auflös-lich in Alcohol, kaum in Aether und Oelen, zeigt alcalische Reaction,bildet mit den Säuren aber keine krystallisirbaren Salze.

Nutzen: In Brasilien wird die Ipecacuanha-Wurzel fast für eine Pa-.nacee gehalten, und in fast allen Krankheiten gebraucht. In geringerenGaben erregt die Wurzel Ekel, in gröfseren Erbrechen, in sehr starken wirktsie giftig, unreines Emetin tödtet in Gaben von 612 Gran Hunde undandere Thiere, reines wirkt dreimal so stark. Die Ipecacuanha wird an-gewendet, wo sicher Erbrechen, ohne alle schädliche Nebenwirkung, her-vorgebracht werden soll; in kleineren Gaben dient sie als krampfstillendesMittel bei vielen Krankheiten der Brust und des Darmkanals.

Erklärung der Kupfertafel 43. Die ganze Pflanze blühend in nat. Gr., a) eine Blumein nat. Gr. und L) vergr., c) die Blumenkrone längs aufgeschnitten vergr., d) dasPistill vergr., e) ein Fruchtkopfchen und f) eine Beere, so wie g) dieselbe queer

durchgeschnitten, in nat. Gr.

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