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Gratiola officinalis L.
Syst. sex. Diandria Monogynia. — Syst. nat. Personatae L., Scrofularineae R. Br.
Char. gen. Kelch: einblättrig, 5theilig stehenbleibend, von zwei Deck-blättern unterstützt. Blumenkrone: röhrig, zweilippig, Oberlippe ausge-randet, zurückgeschlagen. Unterlippe dreilappig, gleich lang. Staubge-fässe: 4, 2 vollkommne Beutel tragend an der Oberlippe, 2 unfruchtbare ander Unterlippe. Narbe zweilippig. Frucht: eine 2fächrige, 2klappigeKapsel, Scheidewand durch die eingebogenen Klappenränder gebildet; Haa-menträger 2 mittelständig an der Scheidewand, rund herum Saamen tra-gend, später ganz frei; Saamen sehr viele, kleine.
Char. speciei: Wurzel kriechend, Blätter sitzend, lanzettlich, 3 — 5ner-'vig, über der Basis bis zur Spitze gesägt, Blumenstiele blattachselständig,kürzer als das Blatt.
Synonyme: Gratiola officinalis L. und aller Autoren.
Deutsche: Gottesgnadenkraut, Purgierkraut, Gichtkraut, Hecken-Ysop,wilder und weisser Aurin etc.
Vaterland: An feuchten Orten, auf Wiesen, an den Ufern der Flüsseund Seen, gesellschaftlich wachsend; von Preussen bis in Frankreich, vonDänemark bis zur Schweiz; in Oesterreich und England, so wie in Schwe-den und im südlichen Europa fehlend. Blüht in der Mitte des Sommers.
Beschreibung: Wurzel wagerecht, kriechend, gelenkt, wenig ästig,wirtelig-faserig, weiss. Stengel '/ 2 — V/ 2 F. hoch, an der Basis aufstei-gend, wurzelnd und blattlos, aufrecht, gelenkt, wenig ästig, vierkantig. Blät-ter gegenüberstehend, kreuzständig, glatt, länger als die Stengelglieder, nachoben kleiner und spitzer und wie die Kelche leicht drüsig. Aeste kurz.Deckblättchen lanzettlich-linealisch, dicht unter dem Kelche und meistlänger als dieser. Kelchth eile linealisch, spitz. Blumenkrone viellänger als der Kelch, weiss, am Grunde gelb, mit dem Verblühen röthlich,die Röhre gestreift, innen unter der Oberlippe mit kleinen, keulenförmigen,gelben Haaren besetzt, die Lappen der Unterlippe unter sich gleich, zuge-rundet. Kapsel eiförmig, zugespitzt, kaum länger als der Kelch, die Klap-pen späterhin an der Spitze zweitheilig. Saamen länglich, klein, bräunlich.Off. Herba Gratiolae. — Praep. Extractum Gratiolae. — Das Krautwird vor dem Blühen gesammelt, es hat frisch fast keinen Geruch, einenheftig und widrig bittern dabei scharfen und lang anhaltenden Geschmack.
Verwechselungen: Mit der Scurellaria ffalericulata; wiewohl im Bau derBlumen und Frucht sehr abweichend, so ist doch das Kraut vor dem ßlu-hen ähnlich aber vorzüglich durch die Behaarung zu unterscheiden, welche
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