Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
18
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

18

'¥'$'

Solanum Dulcamara L.

Syst. sex. Pentandria Monogjnia. Syst. nat. Luridae L., Solaneae Juss.

Char. gen. Kelch: einblättrig, Stheilig, stehenbleibend. Blumen-krone: radförmig mit sehr kurzer Röhre, Rand länger, gefaltet, tief fünf-theilig, Theile unter sich gleich. Staubgefasse 5, mit kurzen Staubfädenund zusammenliegenden Staubbeuteln, welche sich durch 2 Poren öffnen.Pistill: einfach mit endständiger ganzer oder ausgerandeter Narbe. Frucht:eine 2fächrige vielsaamige Beere, die fleischigen Saamenträger an der Mitteder Scheidewand befestigt. Saamen mehrere.

Char. speciei: Strauchartig, kletternd oder niederliegend, unbewaffnet,Blätter herzförmig, stumpf zugespitzt, ganzrandig, ganz, oder an der Basisspontonförmig 1 2 lappig, Blumen in unregelmässig 2theiligen Afterdol-deu, Beeren länglich.

Synonyme: Solanum Dulcamara L. und aller Autoren.

Deutsche: Kletternder Nachtschatten, Waldnachtschatten, Bittersüss,Hirschkraut, Alpranken, Alfranken, wild Jelängerjeliebcr, Mäuseholz, Stick würz.

Vaterland: An feuchten schattigen Orten unter Gebüsch, in Wäldern,an den Ufern der Gräben, Bäche und Flüsse. Vom südlichen Schweden bisSicilien, von Russland bis Portugal und in England. Blüht den ganzenSommer hindurch.

Beschreibung: Wurzel holzig, kriechend, mit vielen Wurzelfasern,wenig ästig. Stengel holzig, niedcrliegend, oder an anderen Gewächse klim-mend, mehr oder weniger hoch, glatt *), Rinde der Jüngern Zweige grün,der altern weisslich-aschgrau. Blätter wechselsweise stehend, gestielt, glatt,ganzrandig und hin und wieder einseitig oder auf beiden Seiten an der Basismit einem tiefen abstehenden Lappen geöhrt. Blüthenstand: Afterdoldeausser der Achsel stehend, zuweilen dem Blatte gegenüber, eigentlich zwei-theilig mit achselständiger Endblume, diese Verzweigung aber oft verscho-ben und undeutlich. Kelch klein, mit schwachen Einschnitten, ßlumen-krone schön violett, Lappen ausgebreitet, unter sich gleich, lanzettlich spitz,jeder an der Basis mit 2 grünen weiss gerandeten Flecken. Staubgefassealle unter sich gleich, Staubfäden sehr kurz, Staubbeutel fast mit einanderverwachsen, gelb, mit herzförmiger Basis. Pistill etwas länger als dieStaubgefässe, grün, mit stumpfer Narbe. Beere eiförmig, etwas spitz, viel

*) Ob das S. littorale, welches an vielen Orten vorkommt und sich durch weichhaarige Stengelund Blätter unterscheidet, Art oder Abart sei, ist noch ungewiss, in Habitus und Blaltform stimmt

es ganz überein.