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Off. Herba — Florcs — Radices Arnicae. Praep. Tinctura Arnicae__
Extractum Arnicae. — Herba: Die Blätier, besonders die Wnrzelblätter oderdie ganze Pflanze, leicht kenntlich. Flores: Die von der allgem.BIiithenhülIebefreiten Blümchen *) frisch, von etwas widrigem, getrocknet aber von schwachbalsamischem Geruch, gerieben leicht Niesen erregend (ebenso die Blätter,daher auch Nysblad in Schweden), Geschmack süsslich bitter und scharf.Radtees: Die Wurzeln fast von Dicke eines Gänsekiels, nur auf einer Seitemit Wurzelfasern besetzt; Geruch eigenthümlich stark, Niesen erregend; Ge-schmack scharf gewürzhaft, fast wie Alant.
Verwechselung: Die Blumen mehrerer gelbblühenden Pflanzen derselbenFamilie werden dafür genommen, doch lassen sie sich durch Vergleichungmit den Characteren in der Beschreibung leicht herausfinden. Die Wurzelwird durch die der Inula dyssenterica verfälscht, welche aber rund herumfaserig, schleimig-bitterlich schmeckt und von Geruch schwach ist.
Chemische Beschaffenheit. Blumen nach Weber: 100 Theile: Eine Spurvon ätherischem Oel, 7^ Th. scharfes Harz, 15 Th. scharfen Seifenstoffmit essigsauren Salzen, 17^ Th. schleimigen ExtractivstofF, 60 Pflanzenfa-ser; nach Chevalier und Lassaigne: ein gelbes Harz, auf Kohlen mit aroma-tischem Geruch verbrennend; ein bitterer, ekelhafter ExtractivstofF, Gall-äpfelsäure; ein gelbfärbender Stoff, EiweisstofF, Gummi, salzsames undphosphorsaures Kali, Spuren schwefelsaurer Salze, kohlensaurer Kalk, einAtom Kieselerde. — Wurzeln nach PfafF, 100 Th.: Aetherisches Oel 1,5;scharfes Harz 6,0; SeifenstofF, dem GerbestofF ähnlich, 32,0; Schleim 9,0;Holzfaser 51,6.
Nutzen: Ausser von Ziegen von allem Vieh verschmäht. Ein Hausmit-tel für den Landmann. Wird in der Medicin als antiseptisches Mittel (be-sonders die Wurzel) angewandt. Bei Wechsclficbern und Djssentcrie, beiParalysen und andern Nervenkrankheiten ist sie mit Erfolg gebraucht, dochist immer Vorsicht nöthig, da sie von manchen Individuen nicht vertiagenwird, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerz, Krämpfe hervorbringen kann.Man giebt ein Infusum mit Wasser oder Wein, oder die Wurzel in Pulverform.Erklärung der Kupfertafel 1.: Eine Pßatize in natürlicher Grösse, a. eineBlume der Scheibe nat. Gr., b. dieselbe vergrössert, c. eine Rand-blume vergrössert , dabei ein Strahl der Saamenkrone noch mehrvergrössert, d. der Saame mit seiner Saamenkrone, nat. Gr., e. derFruchtboden, nat Gr., halb durchgeschnitten.
*) Man muss nur die Blümchen, nicht den Fruchtboden und die allgemeine Hülle mit aufnehmen, da in diesen Aäufigdie Larven und Puppen eines Insekts (Atherix maculafus) befindlich sind, welche nach Le Mercier übte Zufälle, Erbre-chen etc. hervorbringen.