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Die ausdauernde oder perennirenle Wurzel treibt mehrere ästige Stengel mit kleinen schmalenBlättern beseht; die Kelche sind nach der Blüthezeit geschlossen, die Einschnitte stumpf und miteinem weissen Rande versehen. Gehört.zur ic>. Klasse und 2. Ordnung, blüht vom Iuny bis im Au-gust und September. Wachst an sonnigen ungebauten Orten, an Ackerländern, und steinigen Bo«den in ganz Deutschland und besonders in Pohlen.
An den Wurzeln dieser Pflanze befindet sich die pohlnische Schildlaus (coccag rinlonious)pohlnische Kermesbeere auch deutsche Cochenille, dessen Lebens-und Forlpflanzungsart den Entomolo-gen bisher noch nicht hinlänglich bekannt ist. Es sind rothe Körner, die an der Größe einem Ha^s-korn gleichen, und einen blulrothen Saft wie auch Würmchen von gleicher Farbe enthalten. IhrNutzen und Gebrauch in der Färberei soll dadurch entdecket worden scyn, daß man an Hühner», diedergleichen Körner und Würmer gefressen, rothe srcremente bemerkte. Iohannsblut wird es ge»nannt, weil sie um St. Johannistag am meisten gefunden werde«.
Man streift sie behutsam t>on den Wurzeln ab, und drückt sie in Ballen zusammen, wel,che alsdann bessere und mehrere Farbe geben, auch im Verkauf höher bezahlt werden. Es taufen sol«che mehrenlheils die armenischen und türkischen Kaufleute, und färben damit ihre wollene, seidene,und lederne Waaren, besonders len Safian und die Roßschwänze; bisweilen kaufen sie auch dieHolländer, und mengen sie unter die echte Cochenille, wodurch die Farbe um ein Merkliches höherwerden soll. In Pohlen scheint man dieses Produkt am längsten und am meisten zu sammeln. DieKosacken brauchen es durchaus zum Färben. Die Art und Weise mit diesem Insekt Wolle, Cottonund Leinwand zu färben, ist folgende. Man nimmt Wasser, welches auf Rockenmebl oder Sauer-teig in Gahrung ist, und welches der Trank der gemeinen Rußen ist, den sie X^v»8 nennen, kochtdiese Körner darinn, schäumt sie fleißig ab, und bekommt als dann eine rothe Brühe. In diesetaucht man die zu färbenden Sachen, welche augenblicklich alle rothe Farbe an sich ziehen, so daßein reines Helles Kwaswasser zurückbleibt. Man sammelte ehemals jährlich etliche tausend Pfundin Pohlen, das Pfund zu ! Laubthaler. Doch geben 20 Pfund der pohlnischen Schildlaus nichtso viel Färbestoff wie ein Pfund Cochenille, dessen Farben-Pigment ohne Vergleich schöner ist.
Vielleicht ließe sich durch e>ne besondere Art von Cultur dieser Pflanze das Iusekt in größererMenge, und von höherer Schönheit der Farbe gewinnen.
Gemeines Helmkraut.
lab. 88-Fieberkraut: blauer Augentrost; Fleckeukraut: Terziankraut: blaues Schild»