» Vorrede
birges der guten Hoffnung, nach dem Zeugniß des Naturforschers Q? Vaillant die Hals,enßündung (eine dort einheimische Krankheit) mit Umschlägen ron einer Sa lb ey, vielleichtZalvia runcinata, Linn. Die Wilden in Amerika wenden gegen die Lustseuche die I^cKe-!ia ä^p^ilitica und den OeanotKus arnericanug mit gutem Erfolge an. In den mehrsüdlichen Gegenden dieses Welttheils wird der Tulpenbaum (I^iriaäencirun tulipiters)und die swietenia kebrlku^a wider das Wechselsieber als vorzügliche Heilmittel ange<wendet. Aehnlichen zufälligen Entdeckungen wie z, B. der Fieberrinde slüincKonH ok-licinÄli») und des wilden Valdrian (^leriana s^lveülriz) u. a. d. verdanken soviele Kranke ihre Genesung. Die glaubwürdigsten reisenden Naturforscher, wie der verewigteFreyherr von 5ayuin, die beiden Forster, Thunberg, Spaarmann, So-lander und erst neuerlich der unermüdete Freyherr Alexander von Humbold undsein Reisegefährte O. Lonplancl besiättigm dieses als Augenzeugen.
Es ist zwar nicht zu zweifeln, daß man von jeher die Heilkräfte der Pflanzen entwederaus verjährten Vorurlheilen, oder auch wegen nicht genauer Prüfung am Krankenbette zuweit ausdehnte; allein dieß geschah ohne Nachlheil für die Heilkunde; denn man lernte aufdiese Weise aus dem mühsam gesammelten Vorrathe unserer Vorgänger die wirksamsten aus-zuwählen, und sie wider Krankheiten zweckmäßig auzuweriden.
So drückt sich Baron van der I^ülre in seinem vortreffliche« Hymen anFlora sehr richtig aus, wenn er sagt:
„Doch wer kennet sie alle die Kräfte der heilsamen Pflanzen, >„Oft vergessene Kunde der sorgsam forschenden Vorzeit,„Oder nach Säklen Erfindung der Dioskoriden der Nachwelt.
Man hat bereits seit mehreren Jahren die Arzneypstanzen einer unparcheyschen strengenPrüfung untettvorfett, die unwirksamen ausgemerzt, und statt der aus dem Orient sowohlals Occident bisher mit großen Kosten bezogenen, nun wohlfeilere und eben so wirksame