»4
? 0 I. V ^ 0 /> I l7 .V.
Der weibliche Tüpfelfarrn.
lad. /Fi.
Farrnkrautwcibchen; Engelsüß. Der weibliche Tüpfelfarrn wächst mit dem söge,nannten männlichen an einerlei Oertern in Wäldern, und hat mit ihm große Ähnlichkeit. DieWurze I ist gleichfalls mehrjährig; der Slrunl (Stiel) aber ist gemeiniglich gebogen; die Fie -bern des doppel tge fiedelte «Wedels sind in lanzettförmige Huerstücke gespal-ten und spitzig; die Fruchlt heile eyförmig. Man muß dieses Farrnkraut nicht mit demAdler-Saumfarrn (s. Saumsarrn) oerwechsiln, welchen die altern Bolanisten das Farrn-
kraut-Weibchen nannten.
Die bitterlich schleimigte, widrig schmeckende Wurzel besitzt die nämlichen Eigenschaften,wie die des männlichen Tüpfelfarrn (?. ^ilixm««), und wird daher in Apotheken stattderselben häufig gebraucht. Sonst haben beide Pflanzen gleichen Nuyen. so wie gleichen Schaden.Die Asche des verbrannten Krauls gibt noch einmal so viel Laugensalz, als von andern Gewächsen,und es wird in den Glashütte» häufig gebraucht. In mehrern Gegenden des nördlichen Europa ver-brennt man das grüne Kraut darum zu Asche, um mit Wasser velmlschl Kugeln daraus zu machen,die an der Sonne getrocknet statt der Seife zum Waschen des LeinenzeugeS dienen. Die im Iulylülgesammelten Strünke mit ihren Wedeln können zum Gerben gebraucht werden. Beides dientauch statc des Strohs zur Streu in den Viehställen. In Norwegen und Finnland sammlen dieBauern diese Farnkräuter im Herbst in Menge ein, um beim Mangel des Heues ihre Kühe,Schaaft und Ziegen damit zu fuliern. Die Wurzel kochen die Norweger in Bier, und trinken denAbsud wider den Stein. Der schleimigte Saft aus der Wurzel soll in Brandschäden nützliche Dien-ste leisten. Endlich dient insonderheit der mannliche Tüpfelfarrn, da er mit dem schlechtesten Bo«den voilieb nimmt, zur Befestigung des FlugKindeö.
Scl-adlich werden beide pflanzen in Wäldern, weil sie sich stark vermehren, den Boden aus-zehren, den Anwuchs des jungen Holz-s hindern, und dabei schwer zu vertilgen sind, indem d:«Wurzeln sehr tief gel^n. Liederliche Dirnen sollen sich der lehttrn zu schändlichen Absichten bedi«.„cn, ohne doch. w!e es wahrscheinlich ist, sie zu erreichen. Ehedem trieb auch w Abelglaube sein