Druckschrift 
7 (1818) Haematoxylon - Lysimachia
Entstehung
Seite
80
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den, vorn abgestumpften und kurz zugespitzten Blätter find glattvon sest.rSubstanz undam Rande völlig ganz. Die weißen, nicht übelriechenden Blumen erschein n im Iuny an denEnden der jungen Triebe in einer ästigen Rispe. Nach der Blüthe bilde, sich steine, grüneBeeren, welche gegen den Herbst immer schwärzer werden, und reif unter d>,r äußern glatten Hauteine prächtig vurpurrolhe, mehlartige, doch etwas feuchte Substanz enthalten, welche die Saa-men umgibt.

Da die Blätter sehr fester Substanz sind, so widerstehen sie de« Froste lange, nnd über-wintern in gelinden Jahren leicht. Die Beere, welche zusammen eine dichte, aufrecht stehendeTraube bilden, bleiben bis zum Frühjahre am Strauche, ohne von der Kille einzuschrumpfen.Sie dienen in dieser dürftigen Jahreszeit vielen Vögeln, unter andern den Drosseln, zur Speise,und können auch zum Färben gebraucht werden.

Die Weinhändler geben damit dem Weine eine prächtige rothe Farbe; auch die Karlenma»cher bedienen sich derselben, und wahrscheinlich würden sie auch die Zcugsärber gut benutzen können.Durch verschiedene Zusätze geben sie mehrerlep Roth, Violet, Purpur. Braun, Schwarz und Grün.Aus den ausgepreßten Kernen läßt sich ein gutes Oel schlagen. Die Blätter rühmten die Al-ten innerlich wider mancherley Blutflüsse, wider den Schalbock, und äußerlich bei Geschwüren undGeschwülsten; jetzt braucht man sie nicht medizinisch.

Die schlanken Zweige dienen zu Flechtwerkcn. Das weißliche harte und jähe Holz benutztman zu kleinen Drechslersachen, und besonders zu Pflöcken in den Absätzen der Schuhe. Diedaraus gebrannten Kohlen sollen zur Bereitung des Schirßvulvcrs vorzüglich brauchbar ftyn. InGärten dient dieser Strauch zur Zierde; noch mehr aber die schöne Spielart, welche unter dem Na-men italienischer Liguster als immergrüner Strauch schon in »msern Pflanzungenvorhanden ist. Die gemeine Rheinweide gehört übrigens zu den Gewächsen, die von ten soge-nannten spanischen Fliegen (s. Blasen käfer) in manchen Jahren ganz kahl gefressen werden. S.Bechsteins Natürlich, des In-und Ausl. II. S. 90. Bocks Nalurgesch. von Preußen. S. 242.Gledilsch vermischte Abhandl. II. S. 42Z. Dessen Forstwissensch. II. S. 159. Seiferts Ver-suche mit encheim. Farbematerial. I. S. 197. Wildenow berl. Baumzucht. S. 167. HildensHolzarten. S. VF.

I. I I. I v ,u.

Lilie.

Kennzeichen der Gattung: Die glockenförmige Blume bat keinen Kelch, sondern sechsübereinander liegende, am Grunde mit einer safttragenden Furche durchzogene Kronblätler,welche bei einigen Arten mehr, bei andern weniger zurückgerollt sind; sechs aufrechle Staub-