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vielfarbigen gefüllten Blumen sind ein Gegenstand der Liebhaberei, und die Blumistenhaben für die ausgezeichnetesten Sorten auch eigene Namen, ja ein eigenes System erfunden, nachwelchem sie die Nelken ordnen.
Die Fortpflanzungder Nelken geschieht durch Ablegerund durch den Saamcn.Wer nicht auf Erziehung neuer Sorten bedacht ist, sondern nur die schon vorhandenen erhallenwill, bedient sich der ersten Methode, oder des sogenannten Senkens. Man nimmt dazu dieje-nigen Z-reige, welche keinen Blü thenstengel getrieben haben, macht an demselben zwischenzwei Knoten einen zarten Einschnitt mit einem Federmesser, biegt den Ableger nieder,bedeckt ihnwit etwas Erde, und befestigt ihn darinn mit einen Hacken von Reisig. Gewöhnlich pflegt man die«ses Ablegen um Iohannis, also nach der Vlüthe vorzunehmen. Nach 2 bis 3 Monaden habendie Senker schon Wurzeln genug geschlagen^ so daß man sie von dem alten Stocke abnehmenund verpflanzen kann. Die Methode Nelken aus Saamen zu erziehen, ist mit gar keine»Schwierigkeiten verbunden. Die einfachen Nelken tragen alle Saamen, von den gefülltenaber nur die, bei welchen noch einige Nefruchtungswerkzeuge männlichen Geschlechts übrig geblie-ben sind. Ein Stock soll den besten Saamen liefern, wenn er zum erstenmal« geblühet hat; dervon abgesenkten Stöcken aber soll nicht so gut sein. Im Aprill säet man den Sa amen in Bl u-m entöpsen oder Kästchen aus, bedeckt ihn einige Linien höh mit lockerer Erde, und begießt ihnmaßig. Im Iuny versetzt man sodann die jungen Pflanzen aus gut bearbeitete, etwas hoch lie-gende und vor aller Nässe hinlänglich gesicherte Gartenbeete, wo sieden Winter über stehen bleibenund im folgenden Sommer ihre ersten Blü l hen zeigen. Der Saame von einfachen Blumenliefert fast immer wieder dergleichen; von gefüllten fallen zwar auch einfache, loch nicht so viele.Der unaufhörliche Farbenwechsel dieser Blumen hat zum Theil seinen Grund in dem Nedenein»anderstehen so verschiedener Sorten, weil dadurch oftmals der Saamenstaub entweder durchden Wind, oder wohl öfters durch Inseckten aus einer Blume in die andere getragen wird.Man ahmt diese künstliche Befruchtung nach, indem man den Saamenstaub aus der eine« i»eine andere schöne Nelke mittelst eines seinen Haarpinsels trägt. — Man kann auch wurzelloseZweige von Nelken stocken zur Fortpflanzung gebrauchen; sie schlagen mchrenlheils Wurzel,wenn man sie in gute lockere Erde setzt.
Gute Nelkenerde ist überhaupt die, worin« man die Orangeriegewächst zu unterhaltenpflegt. Das Durchwintern der Nelken in Töpfen ist in Gewächshäuser« sehr leicht, aber auchsonst mit gelingen Schwierigkeiten verbunden. Man läßt die Stöcke bis im späten Herbst in freierLuft stehen, wenn es gleich schon friert, bringt sie ungefähr im Anfange des Novembers in einekalte Kammer, und läßt sie hier austrocknen. Im December wenn die Kälte überhand nimmt,kann man sie in einen luftigen Keller bringen , in welchen sie aber gar nicht begoßen werden dür?
Vietz VI. Band.
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