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stehen läßt. Wenn unter den Sa amen pflanzen einige mit großen sachlichen. B l ä t t e» nfallen, so rupft man sie aus, weil sie schlechte Blülhenköpfe geben.
In Thüringen pflegte man die ausgezupften Blümchen sogleich ander Sonne zutrocknen, oder auf Brettern auszubreiten und mit Wasser zu benetzen, welches letztere Verfahrenfür die Waare sehr vorteilhaft ist, weil durch daß Begießen mit Wasser der gelbe Färbe-st o ff ausgewaschen wird; da hingegen das Trocknen an der Sonne sehr nachlheilig ist. DieAegyplier, welche schon beym Einsammeln sehr sorgfältig verfahren, zermalmen die Saslorblüm-chen, waschen das gelbe Pigment mit Seewasser aus, und trocknen dann ihre Waare sehrvorsichtig an der Luft, aber ohne Sonne. Auf dieser Behandlung beruht nun die Verschiedenheitdes orientalischen Saslors vom deutschen, lichterer ist stroßarlig, hart, hochroth mit Gelbvermischt, voller Spreu aus dem Blumenboden, und mit andern Unreinigkeiteu vermengtDer orientalische sieht braunroll) aus, ist weicher, läßt sich stark zusammendrücken und führt seinefremden Theile den sich.
Aus dem vorhin er»ähnten erhellet, daß der Saflor zwey Arten von Färbestoffeenthält; einen gelben und einen rolhen. Der erster« ist bisher gar nicht benutzt worden, weil manandere gelbe Pigmente genug hat. Er läßt sich mit bloßem Wasser ausziehen. Um den Saflorvöllig davon zu befreien, thut man ihn in Säcke, wirst diese in fließendes Wasser, und tritt undwäscht sie darin so lange, bis das Wasser gar nicht mehr gefärbt wird. Der auf diese Art aus-gewaschene Saflor wird alsdann noch naß mit Pottasche, auch mit Soda oder Wein»stein salz bestreuet, damit durchknetet, dann mit Wasser begossen und endlich ausgedrückt. Hier«durch erhält man eine braunrothe Farbebrühe. Wenn der Saflor völlig entfärbt ist, so wer-den aus d.r Brühe die Färbelheile mit allen Galtungen von Säuren niedergeschlagen; in,deß gibt keine eine so schöne Farbe wie die Zitronensäure. Man färbt damit Seide schönRosenroth, ?onc«»u, Fleischsarb. Man kann die Brühe auch zu Leinenzeug, aus Thier, undBaumwolle anwenden.
Die Ch ineser bereiten aus dem Saflor die treflichen Pigmente, womit sie unterandern Dingen ihre Papiere herrlich rolh zu färben wißen. In Indien nimmt man ihn, mitMehl abgerieben wider die Gelbsucht und wider Leberoerstopfungen ein. In Europa bedient man sichdessen nicht mehr als Medicin.Die S aa m en geben ein gutes Futter für allerlcy Federvieh und einOhl, welches genießbar ist, oder doch wenigstes zum Brennen dient. In Aegvpten genießt mandie jungen Blatt er als Salat. Die von Blühten und Sa amen befreiten Stengel wer-den von Schaofen und Ziegen gefressen, und daS übrige kann trocken als Feurungs-mittel benutzt werden. Betrügerische Kaufleute pflegen nicht selten den Sa fr an mit Sa florzu verfälschen, welches um so strafwürdiger ist, da die damit gcfärblen Speisen der Gesundheitnachtheilig sind. Man sehe Beckmanns Waareukunde I. S. 28l.