Nach dieser Angabe würbe der Centner Runkelrüben 9 ^ Pfund Zucker enthalten. UmRunkelrüben zu gewinnen, die zur Z ucker fa brikatiou mit dem größten Vortheile anzuwen-den sind, muß man den Saamen der besten Spielart ohne Beymischung eines andern wenigerguten anzubauen suchen. Diese vorzüglichere Spielart ist die mit weisser Rinde und weisse!«Fleische, welche sich ausser ihr.r Farbelilo'igkeit von anderen ebenfalls ungefärbten Runkelrübe!«dadurch auszeichnet, daß sie lange schwache Blattstiele und meistcntheils kleine Blatter hat. DerSaame wird im Frühjahre, so bald der Frost aus der Erde ist, gesäet; die jungen Pflanzen versetztman darauf, wenn sie 4 bis H Zoll hoch sind, von Map bis zum Iulp aus einen tiefgcpflügten undwohlgedünglen Joden 1 Fuß weit von einander, behackt sie t»en Sommer über zweymal, und ziehtdabey die Erde nach den Kopf der Rübe, damit nichts davon unbedeckt stehe, weil sonst der obereTheil trocken und holzig wird. Man kann jeder Staude die äussern Blätter nehmen, um sie alsViehfulter zu gebrauchen. Mit dem Auszange des September bis in die Mille des November ha-ben die Rüben ihre größte Ausdehnung erreicht; man nimmt sie nun aus der Erde, bricht die Blät,4er ab, und bewahrt die Rüocn zum beliebigen Gebrauch in Kellern oder Gruben auf; diejenigen,welche man das nächste Jahr zur Gewinnung des Saamens verpflanzen will, werden besonders auf-bewahrt. Die größten Runkelrüben betragen an Gewicht 8 bis in Pfund. Nach Achard sogar 25.
AuS den Bemerkungen sämtlicher Lanbwirthe, sowohl als der Schriftsteller,.die über diesenGegenstand Versuche anstellten, geht das Resultat hervor, daß ein guter fruchtbarer, weder zu lo-ckcrer noch weniger aber fester Boden für den Anbau der Runkelrüben am zuträglichsten, und die?jenige Behandlung der Pflanzen für die Gewinnung des Zuckers am oortheilhaftesten ist, durch wel-che die Rüben selbst das größte mögliche Volumen d. i. die beträchtlichste Größe, und also den mei-sten Saft erhalten. Röldechen 23) versuchte die Zuckerbercitung aus den auf die erst,'beschriebe-ne Art erbaueten Runkelrüben auf folgende Weise. Er ließ Z3 Pfund rothe Rüben von der ausser«dünnen Schaale befreien, auf einen Reibeisen zerreiben, und den Saft, der etwas über ,6 Maaßbetrug, durch ein Tuch auspressen. Dieser Saft wurde nun in einem kupfernen Kessel eine halbeStunde lang über einen Kohlfcuer gekocht, und wahrend des Kochens abgeschäumt. Nachher setzteer dem Safte ein Maaß klaren Kalkwassers zu, wodurch die Pflanzensaure, ein Theil des Schlei,mes und der Färbestoff völlig geschieden, und vermöge des in den Rüben enthaltenen! Cpweißstsffcszum Theil als Schaum auf die Oberfläche gelrieben wurden. Durch allmähliges Einkochen mußteder Saft unter beständigen Abschäumen ungefähr bis auf die Hälfte verdampfen, und wurde dabeyziemlich klar. Jetzt seihete man ihn durch ein wollenes Tuch, in welchem verschiedene Unreinigkeilei,zurück blieben.
23) Man lese über den Anbau der sogenannten Runfelrülc» ,. und 2. Heft.