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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
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Seite
326
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guten Boden häufig Früchte bringen; allein sie werden selten vollkommen reif, und siesind gewöhnlich auch weniger schmackhaft, als die Mandeln aus wärmern Gegenden.Nur durck eine sehr gute, sorgfältig ausgewählte Behandlung wird man im Standeseyn, auch in einem rauhern Klima Manveln zu erhalten, die reif genug sind, um si<eben so zu gebrauchen, wie die, welche wir aus den südlichen ländern beziehen «).

Was die Benutzung der Theile des Mandelbaumes betrifft, so kann erstenssein Holz, das durchaus sehr hart, und bisweilen mit schönen Flecken und Aderndurchzogen ist, zu eingelegten Arbeiten gebraucht werden; vormals machte man Tabaks-dosen davon, die in einem sehr hohen Werthe stunden. — Zweytens läßt sich dasGummi, das aus dem Mandelbaume und auch selbst aus der äußersten häutigenSchale der Früchte ausstießt, wie arabisches Gummi, sowohl in der Haushaltung alsauch in der Heilkunst verwenden, nur ist es nicht so weiß und durchsichtig als letzte,res. —Am meisten und vorzüglichsten aber werden die Früchte, oder die eigentlichenMandeln, auf eine sehr mannigfaltige Art benützt. Man theilt sie dem Geschmack nachüberhaupt in süße und bittere ab, und wir werden nun von beyden der Reihe nachbesonders sprechen.

Die frischen süßen Mandeln werden in tändern, wo sie selbst wachsen,schon wenn sie noch halbreif sind, für leckere Gaumen, gleich den welschen Nüss-nund andern dergleichen Früchten, ganz mit Zucker eingemacht, und zum Gebräu,che für den Nachtisch aufbewahret. Eben so bereitet man von den jungen Mandeln,ehe die Steine einige Festigkeit bekommen, nickt selten schon im May Eompote»,die zwar nur mittelmäßig gut, nichts desto weniger aber doch angenehm sind-, weildurch sie die Hoffnung lebhaft geweckt wird, daß nun bald andere Friichre folgen, unduns durch ihren Genuß erquicken werden. Im Julius können die Mandeln schon fürsich allein mit Vergnügen zum Nachtisch verspeist werden; das Holz ihres Steinesist um diese Zeit noch ganz weich, man öffnet sie daher der länge nach sehr leicht, undsie haben einen vortrefflichen Geschmack. — Doch da der Mandelbaum nur in wärmernGegenden gut fort kommt, und häufige Früchte trägt, da ferner der Bedarf der Man-dein, so zu sagen immer, auch in Zeiten, wo keine frischen Kerne zu haben sind, fort-währt, so pflegt man sich allgemein der trockenen oder dürren Mandeln zu bedienen.

Die trockenen süßen Mandeln, die bey uns im Handel vorkommen, er,halten wir meistens aus Italien, aus den südlichen Provinzen Frankreichs, aus der te-

«) Eine gute Abhandlung über die Methode, den Mandelbaum auch in rauher« Gegen-den zu kultiviren, findet man in Sictler's deutschen Obstgärtner; eine Zeitschrift. Wel-mar, ,794. 8. im «2. B. Seite 87 u. f..