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Mandelbaumes, bald süssen, bald bicttl«, in beyden Fällen aber nicht unangenehmenGeschmack.
Der gemeine Mandelbaum wird bey uns in allen Obsibaumschulen häufig gezogen,nickt so sehr seiner Früchte wegen, als vielmehr theils um Stämme zum Pfropfen undOkuliren anderer Obstsorten, insbesondere der Pfirschen zu erhalten, theils seiner schönenBlüthen wegen, die, wie wir gehört haben, schon sehr frühzeitig zum Vorschein kom-men, und uns mit ihrem prächtigen Ansehen die Freuden des wiederkehrenden Früh-lings laut ankündigen. Seine Schönheit ist sedoch oft von kurzer Dauer; denn fälltnach dem Ausbrechen der Blumen ein Frost ein, was zu dieser Jahreszeit nicht seltengeschieht, so sind Blülhen und Früchte meistens immer verloren. — Die Fort,Pflanzung des Mandelbaumes kann durch das Stecken der Kerne, durch dasPfropfen Okuliren, Copuliren oder Absäugen geschehen. Das Verfahren bcym Ste,cken der Kerne ist folgendes: Man wähle im Herbste vollkommen reife, frischeMandeln, von einer guten Sorte, die noch in ihrer Schale find, aus, (die Krach,mandeln werden hierzu am besten taugen) verwahre sie dcn Winter über in einem Ge<wölbe, Keller, oder anderm temperircen Orte, in einem irdenen Topfe unter feuchten»Sande, und lege sie im darauf folgenden Krüh'inge, nachdem sie schon unter demSande zu keimen angefangen haben, etwa Z oder 4 Zoll tief, in ein gutes lockeres Erd-reich, so daß die Spitze auf die Seite zu stehen kommt; man begieße sie zuweilen bey tro<ckenem Welter, halte dcn Platz von allem Unkraut rein^ und nehme sie vor kalten Frö-sten gehörig in Acht. Die Kerne gehen balo auf, besonders die Krachmandeln, weil dieFeuchtigkeit in ihre diiüne und lockere Schale leicht eindringen, und so das Keimen be,fördern kann. In zwey Jahren haben die auf diese Art gezogenen Bäumchen meistensschon eine solche Stärke, daß sie entweder veredelt, oder so, wie sie sind, versetzt undin kurzer Zeit groß gezogen werden können. Sie sind gar nicht zärtlich, wie folgendeThatsache beweiset: man hat nehmlick Kerne von einer guten Sorte, nebst ihrer grünensowohl als harten Schale, schlechtweg in der Nähe einer Mauer im Herbste gepstanzt,wo sie nur vor den zu starken Nordwinden gesichert stunden, und sie sind schon im Früh»linge hervorgekommen; man ließ sie ohne eine kunstmäßige Behandlung aufwachsen,wie sie wollten, und erhielt schon im dritten Jahre Früchte '). Inzwischen so weiß mandoch aus der Erfahrung, daß die von Kernern gezogenen Mandelbäume gern ausarte«:so zwar, daß Mandeln v.n dem nehmlichen Baume, Bäume von verschiedenen Sortengeben können. Man ist daher bey diesem Verfahren semer Sache nicht gewiß; dcn»wenngleich die besten silßen Man'ein mit dünner Schale gesteckt werden, so erh.iit man öftersBäume mit bittern, oder auch mit süssen, aber kleinen unansehnlichen Früchten und mit.
') Fränkische Sammlung. Nürnberg 1757. 8> »5- Stück, Seit. 27t).
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