Druckschrift 
3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
310
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men, welche weiß, blaßroch, dunkelroth oder gelb gesteckt, klein sind, und nicht vielüber die Schuppen hervorragen. Diese Blumen, d<ren sich gemeiniglich zwei) oderdrey zugleich offnen, haben einen starken würzhaften Geruch, der mir den, von derWurzel übereinkommt; sie dauern aber nicht lange, und verwelken fast eben so gejchwind,als sie aufgeblüht sind, linne eignet der Blume der Ingwerpfianze, da er sie zu derGattung ^inomurn rechnet, nur einen Staubfaden zu; Browne aber, »er die Ing-wcrblülhen in Jamaika oft untersucht hatte, sagt, daß jede Blume 2 Kclchsckeiden und2 Staubfäden habe. Das Pistill endigt sich keulenförmig; weßwegen auch einige fran-z'ösische Botanisten die Ingwerpstanze le petit. roleÄu ä Neur lle mÄslut: nennen.Wenn man die ganze Blumenähre zerquetscht, so erhält man davon einen wohlriechendenSaft. Die Blumcnkrone selbst ist drenlappig, der obere tappen ist ganz, der unteregechcilt. Im September, oder ungefähr ein Monat hernach, nachdem die Blattsten,gel gänzlich verwelkl sind, kommen die Blumen zum Vorschein: so daß dann die Wur-zeln wieder z 4 Monat ausruhen können, bevor sie aufs neue zu treiben anfangen.Die Frucht ist eine jähe, lederartige, längliche, drcycckige Kapsel, die nach P l u<mier dreyfacherig, nach Browne aber nur einfächeng seyn soll; daher auch letztererden Ingwer von den Eardamomen trennte.

Wir erhalten den Ingwer theils aus Ost- theils aus Wcstindien, wo er, wieschon zuvor erinnert wurde, sehr häusig gebaut wird. Den vorzüglichsten Handel mitdiesem Produkte treibt Jamaika; den besten Ingwer aber bekommt m.m von Brasilienund St. Domingo. Wie beträchtlich die Ausfuhr des Ingwers von Westmdien nachSpanien, Portugal, England, Frankreich und dem nördlichen Europa sinn müsse, laßesich schon daraus schließen, daß von den Antillen all.in jährlich mehr a>s zo«,««., Pfunddavon nach Europa gebracht werden. Mit ostindischem Ingwer treiben die Holländerden stärksten Handel, und sie beziehen ihn lhei/s aus ihren ostindischen Besitzungen, theilsaus China und Indien; für den besten hält man den von Malabar und Bengalen.Da aber der Ingwer, wie wir schon geHort haben, an so verschiedenen Ovt^n wächst,auch er an sich selbst in Betreff der Farbe verschieden ist, so pflegt man ihn auch theilsnach den tändcrn und Orten, wo er herkommt, theils, was noch gewöhnlicher ist, nachfeiner Farbe zu ben.nnen. In dieser Rücksicht hat man dann: brasiliani sch e n,zey Ionischen, bengalischen, chinesischen, englischen Ingwer u. s. w.ooer nach den Namen einiger Malerialhändler: Pull, Belle bin, Po rtorico, D 0,mingo :c. in Betreff der Farbe: schwarzen, blauen, weißen und rothen odergerbelirten Ingwer. Die beyoen letzten Benennungen beziehen sich auf den Ge,brauch, den Ingwer, um ihn besser zu erhalten, theils mit Kreide weiß, thei,s mitBvlus roth zu färben.