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aber bis an die Spitze ungleich weitläufig stumpfsiigenartig gezähnt. Die Wurzel,blätter sind sehr groß, die untersten ungefähr anderthalb Zoll lang, die Blätter-paare werden dann aber nach obenzu immer kleiner, bis sie endlich an den Gipfeln derZweige, wo die Blumenwirteln stehen, eigentlich nur Deckblätter abgeben, welche an,fangs noch grünlich sind, näher nach der Spitze zu aber meistens immer violettblauer,und zuletzt auch ganz blau werden. Sie sind abgestumpft, bisweilen an der stumpfenSpitze in eckige läppen getheilt, und so gestellet, daß ein Paar, welches den Blumen-quirl bedeckt, immer mit dem folgenden Paare ein Kreuz bildet. Die Blumen kom-men aus den Winkeln der Blätter hervor, sitzen an den Enden der Zweige, meistens insechsblumigen Quirl» bey einander, und bilden eine Art kurzer Blumenähre. Sie sindgewöhnlich hellblau mit dunkelblauen Streifen, und ihre Kelche stark mit Haaren be-setzt: der fernere Charakter der Bluchen ist schon oben beschrieben worden. Die gan-ze Pflanze hat keinen Geruch, und einen schwach zusammenziehenden bitterlichen Ge-schmack. Der gerade aufrechte Stand der Stengel, tue verhältnißmäßige Abnahme der,Größe der Blätter, und die zuletzt ährenförmigen Blumenguirl geben der ganzen Pfian-ze ein pyramidenförmiges Ansehen, woher <«e auch ihren Namen erhalten hat.
Der Nutzen des pyramidenförmigen Günsels ist nicht von Bedeu-tung; als Futterkraut hat er keinen Werth, und höchstens nur, wenn die Blätternoch sehr jung sind, wird er von den Schafen gefressen. Seine Blumen liefern denBienen ziemlich viel Stoff zu Wachs und Honig. — Am meisten wurde er noch in denvorigen Zeiten in der Heilkunst gebraucht; denn das Kraut, welches zwar keinenGeruch, aber einen etwas zusammenziehenden und bittern Geschmack hat, war ehedemofficinel; und einen Absud davon rühmte man als ein höchst wirksames Mittel, um esin der eiternden und brandigen Bräune zum Gurgelwasser zu verwenden. Zum Arzney-gebrauche muß die Pflanze noch sehr jung, zeilig im Frühlinge eingesammelt werden.Inzwischen wird diese und die folgende Art häusig mit einander verwechselt, und dieletztere, welche ohnehin viel zahlreicher wächst, anstatt der erstern eingesammelt, da-her auch beyde in den Apotheken unter dem Namen Nerda iüonlolielZe ineclise oderlierda Lu^ulc«. noch hier und da vorkommen. In Betreff der vermeintlichen Arzney-krafre sind sie auch wirklich nicht von einander unterschieden; und da sie billig andernwirksamer« Arzneymitteln, in der NZtelia n^säica Platz machen mußte: so wird siejetzt selten mehr von den Aerzten verordnet.
Dieses Gewächs wird bisweilen auch. der Abwechselung wegen inGärten aufBlumenbeeten u. d. gl. gepflanzt. Es hat ein ziemlich gutes zierliches Ansehen, ist sehrdauerhaft; kommt überall auf den Rabatten ohne sonderliche Pflege vortrefflich fort;wird vom Saamen gezogen, der gewöhnlich im Iunius reif, und im Herbste desselbenJahres ausgesäet wird; und kann durch das Verpflanzen zu einer später« Flor gebracht