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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
Entstehung
Seite
126
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Saamenkörner selbst verschlossen liegt, und die bey ihrer vollkommenen Reife, wenn dieKapsel mit vieler elastischer Kraft aufspringt, aus einander gestreuet und von der luft,als sehr leichte Atomen, überall herum verbreitet werden. Auf diese Art kann mansich erklären, warum oft an so verschiedenen auffallenden Stellen, Pilze oder Schwäm-me aufwachsen, an denen man es gar nicht vermuthet, und wo man nicht einsehenkann, auf was Art die Saamen von diesen Gewachsen hergekommen seyn sollen; wen«man nicht annehmen müßte, daß, nach dem Vorausgegangenen, die äußerst feinenSaamenkörner der Schwämme überall in der luft verlheilt wären, und beständig her-umflögen. So wird die oft schon als hypothetisch angenommene (^enerärio Zeyliivol^,»der das Entstehen der Schwämme durch ein zufälliges Zusammentreffen der Stoffe undanderer Nebenumstände, die dazu erfordert würden, hinlänglich widerlegt, und einden Gesetzen der Natur gemäßer Weg gezeigt, auf welchem ohne Wunder und ohneZufall, nach den Regeln der Zeugung der Vegetabilien, dieses Phänomen sich vonselbst erklärt. Herr Tournefort ') war einer der ersten, der diesen natürlichenGang des Entstehens der Schwämme in das gehörige licht setzte. Gleich wenn /ichdie jungen Blä'lterschwämme bey ihrem Entstehen zeigen, so erscheinen sie in einer ko-noidischen Figur, und an vielen ist alsdann über die untere verengerte Seite des Hu-tes eine Haut oder ein zartes Fell gespannt, worunter die Blätter verborgen liegen.Oft ist der ganze Schwamm in einem häutigen Ey eingeschlossen. Bey zunehmendemWachsttzume des Schwammes breitet sich der Hur nach und nach so sehr" aus, so daßsich der untere Rand desselben ganz nach aufwärts umstülpt, und ein Anfangs kegel,förmiger, am Scheitel zugespitzter Hut, zuletzt trichterförmig, am Scheitel ausnehmendverlieft wird. Die häutige Bekleidung muß dabey nothwendig zerreißen, und sie bleibtzum Theil an dem Stiele oder Strünke des Schwammes, als ein dünner Ring oderWulst hangen.

In Betreff der Aufzahlung der einzelnen Arten, die unter die Gattungder Blätterschwämme gehören, herrscht unter den Schriftstellern eine große Verschieden-heit. So finden wir in der vierzehnten Ausgabe des linneischen Pstanzensystemes vonMurray nur neun und dreyßig Arten beschrieben, welche alle, bis auf den be,haarten Blätterschwamm (^ggricu« crinituz), der im mittägigen Amerika zu Hauseist, in Europa gefunden werden. Herr Host «) führt schon ein und fünfzig Ar-

>) Anatomische, chnmische und botanische Athandlungen der königl. Akademie der Wissen-schaften in Paris i. Theil, Breßlau ,749. gr. 8» Seite Zl 4«. und Ebend. z.Thell, Breßlau l^Z». Seit. 2Z0. u. f.

») I^ic. I^nom. l^oll, 8^no^>li8 plaMÄrum in ^ultria provincilz^ue acljacentibu«fronte crelcentium. VinclobonZe 1797, 8» P« 6Z7 644.