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3 (1806) Acanthus - Amygdalus
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111
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«uch einige in Wien beobachten zum nicht geringen Vortheile der Bibliotheken, dieseMethode schon seit langer Zeit. Im Saarbrückischen macht man noch einen andern Ge-brauch der Art: Es ist nehmlich daselbst eine beträchtliche Eisenblech - Fabrik, woben vor-her jährlich immer eine große Quantität Kornmchl verbraucht wurde, weil das Blechbey der Verzinnung mit Kleister eingebeizt oder bestrichen werden muß. Ein Faktor die-ser Fabrik machte nun den Versuch, anstatt Kornmchl, gemahlene Roßkastanien zumKleister zu verwenden; indem diese Früchte dort sonst ganz unbenutzt blieben. Der Ver-such glückte über alle Erwartung, ja das Kastanienmehl schien sogar vor dem Korn-mehle einen Vorzug zu verdienen. Von dieser Zeit an wurde es in der Fabrik immer ge-braucht, und d« es keine wcitern Kosten als das Einsammeln erfordert, so wird dabeydem Publikum eine beachtliche Quantität Brodfrucht, der Fabrik aber eine Ausgabevon mehreren hundert Thalern jahrlich erspart. >°) — Nicht weniger kann man die Roß-kastanien als walkende Materie in Wollfabriken und als eigentliche Seifebenutzen. Nach Seopoli") jöll man aus dem Absud derselben durch Zusäße vonAlkalien und Oehl eine brauchbare Schmierseife erhalten. Schon wegen ihres zusammen-ziehenden, alaunartigen, laugen-und se'fenartigen Wesens ßnd die zerriebenen wildenKastanien, sowohl frisch als getrocknet, zur Reinigung des leinenen und baumwollenenZeuges, anstatt der Seife, wenigstens mit ziemlicher Ersparung der gemeinen Seife, fürbrauchbar gefunden worden. Man darf nur das Mehl dieser Frucht zehn bis zwölf Stun-den in ein weiches Wasser thun: so wird selbes davon weiß, scbaumig, und reinigt, wennes abgegossen worden, und heiß auf die Wäsche geschüttet wird, dieselbe sehr gut, ohneviele andere Seife dabey «öthig zu haben. Wollene Tücher, Zeuge, Mützen und Strüm-pfe Kat man ebenfalls mit dem Kastanienwasser mit gutem Erfolge gewalketj und Hanf,welcher einige Tage hindurch darin eingeweicht worden, läßt sich durch weniges Reibenviel besser in seine Fasern zertheilen, als wenn derselbe in gemeines kaltes Wassereinge,weicht worden ist. Auch zum Bleichen der leinwand kann man das Wasser, worin Roß-kastanien eine Zeit lang gelegen haben, mit großem Nutzen verwenden"). Daß dieRoßkastanien sehr viele salzige Theile besitzen, welche mit den schleimigen und öhligen Be-standtheilen eine natürliche Seife geben , beweiset der Ausspruch der Schcidekünstler, wel-che damit Versuche anstellten; und nach Bannares Untersuchungen '3) enthält die Aschederselben in vierzehn Theilen, neun Theile kohlensaures Kali und vier Theile Bitterer-

">) Neichsanzeiger vom Jahre 1798, l. Band, Nro. 23, Seit. 2Z8<

!>) 3copo1i llor. caruiol. I'oin. I. paz. 26z. Num. 25a.

") MartandKr, Abhandl. vom Hanf u. s. w. Freysiadt »763. zvo Seit. 98.

'Z) anales äe lülioriH natural. Hlaär. ^8«o> Z. Band.